Nach Einschätzung des Betriebsrats sind von einer Schließung des Erfurter Zalando-Logistikzentrums deutlich mehr Arbeitnehmer als die Stammbelegschaft betroffen. Er gehe von mehr als 3.000 Arbeitsplätzen aus, die durch die Entscheidung des Vorstandes des Dax-Konzerns bedroht seien, sagte der Erfurter Zalando-Betriebsratsvorsitzende Tony Krause nach einem Treffen mit der Landtagsfraktion der Linken in Erfurt. Er nannte unter anderem Zeitarbeiter sowie Mitarbeiter von Dienstleistern, die für den Zalando-Standort teils seit Jahren arbeiteten.
Krause kündigte an, dass der Betriebsrat alle von der Schließungsentscheidung Betroffenen zu einer Versammlung einladen wird, um über die Lage und das weitere Vorgehen zu sprechen. «Die Kollegen wissen nicht, wie es weitergehen soll.» Zunächst müsse aber eine räumliche Möglichkeit gefunden werden, um mehr als 3.000 Menschen zusammenzubringen.
Die Agentur für Arbeit wird ab Montag (19. Januar) direkt im Unternehmen Ansprechpartner für die Arbeitnehmer sein. «Mit unserer Beratung im Betrieb wollen wir die Mitarbeitenden in dieser herausfordernden Situation gut begleiten und schnelle, unkomplizierte, aber auch verlässliche Hilfe ermöglichen», erklärte Agenturchefin Irena Michel. Befristet Beschäftigte sollen wegen der Dringlichkeit zunächst beraten werden.