Die geplante Schließung des Logistikstandorts in Erfurt mit rund 2.700 Beschäftigten überschattet ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr beim Online-Modehändler Zalando. «Es war wahrscheinlich eine der schwersten Entscheidungen, die wir je treffen mussten», sagte Zalando-Co-Chef David Schröder der Deutschen Presse-Agentur. «Gleichzeitig war sie notwendig, um sicherzustellen, dass wir die Kapazitäten dem zukünftigen Wachstumsbedarf anpassen.»
Keine weiteren Schließungen geplant
Die Gespräche mit den Mitarbeiter-Vertretern vor Ort liefen gut. Das Unternehmen setze alles daran, die Folgen für die Beschäftigten möglichst gering zu halten. «Dazu gehört, dass wir Jobangebote machen, zusammen mit der Arbeitsagentur vor Ort», betonte Schröder.
Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien an anderen Standorten übernommen worden. «Und jetzt geht es natürlich auch darum, mit dem Betriebsrat einen Sozialplan zu verhandeln.»
Der Betriebsrat hatte zuvor jedoch kritisiert, dass Zalando noch vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan das Arbeitsgericht Erfurt angerufen hatte. Dort soll über die Einrichtung einer Einigungsstelle, also eines Schlichtungsgremiums, entschieden werden. Die Arbeitnehmervertretung will weiter für den Standort kämpfen.