Die umstrittene Notunterkunft für Flüchtlinge in Hermsdorf ist geschlossen worden. Nach Angaben des Thüringer Innenministeriums wurde die Unterbringung von Flüchtlingen in der ehemaligen Logistikhalle am Freitag beendet und der Betrieb der Einrichtung damit eingestellt. Die letzten 27 dort lebenden Menschen seien am Freitagmorgen per Bus in den Landkreis Sömmerda verlegt worden, hieß es. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte: «Eins ist klar: Wir wollen hier keine Menschen mehr unterbringen.»
Problematische Zustände
Die Bedingungen in der Halle galten insbesondere in den Zeiten hoher Belegungszahlen als katastrophal. Die Menschen dort hatten kaum Privatsphäre, die hygienischen Zustände waren schlecht. Bis zu acht Personen hätten auf etwa 22 Quadratmetern leben müssen, sagte der für die Sozialbetreuung in der Halle zuständige Abteilungsleiter des Deutschen Roten Kreuz Gera, Ronny Boost. Die einzelnen Bereiche waren nur durch Bauzäune voneinander abgetrennt. Dass aufgrund der Vielzahl der dort lebenden Menschen zwischenzeitlich die verfügbaren Steckdosen knapp geworden waren, habe ebenso zu Konflikten geführt wie die Ausstattung der Toiletten, sagte Boost. «Die Halle ist niemals für das alles gedacht gewesen.»
Die Linke-Landtagsabgeordnete und Migrationspolitikerin Katharina König-Preuss hatte die Unterkunft in der Vergangenheit als «Halle des Elends» bezeichnet. Anfang März wurde eine Petition an den Petitionsausschuss des Landtages gerichtet, mit der die Schließung «des Lagers und eine zügige Umverteilung der Menschen in eine menschenwürdige Wohnsituation» gefordert wurde. Nach Angaben der Initiatoren dieser Eingabe hatten etwa 2100 Menschen die Petition unterzeichnet.