Die Bezahlkarte für Flüchtlinge in Thüringen hat sich aus Sicht des Landkreistages bewährt - aus Sicht ihrer Kritiker aber nicht. «Die Akzeptanz bei der Bezahlkarte bei den Nutzerinnen und Nutzern ist hoch», sagte Landkreistagpräsident Christian Herrgott (CDU) laut einer Mitteilung. Sie ermögliche einfaches Bezahlen im Handel und schaffe gleichzeitig Entlastung für die Verwaltungen. Die aufwendige Auszahlung von Bargeld entfalle.
Initiativen sehen Diskriminierung
In Thüringen wurde vergangenes Jahr eine landesweite Bezahlkarte für Flüchtlinge eingeführt. Sie erhalten darauf ihre Asylbewerberleistungen und können mit der Karte einkaufen und Dienstleistungen nutzen. Die Möglichkeit zu Überweisungen - etwa ins Ausland - ist hingegen eingeschränkt. Bargeld kann nur in kleinen Mengen abgehoben werden.
Zivilgesellschaftliche Initiativen wie etwa der Flüchtlingsrat hatten sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die Bezahlkarte ausgesprochen. In einem offenen Brief an die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände nannten sie die Karte ein «Instrument der Kontrolle, das schutzbedürftige Menschen diskriminiert und ausgrenzt».