Angesichts knapper Ressourcen sollte unentschuldigtes Fehlen in bestimmten Sprach- und Integrationskursen nach Auffassung von Thüringens Migrationsministerin Beate Meißner Konsequenzen haben. «Mir ist wichtig, dass wir eine größere Verbindlichkeit bei der Teilnahme haben», sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Ein Platz in einem Integrationskurs sei ein Wert, der von den Teilnehmern auch geschätzt werden solle, so die Ministerin. «Deswegen überprüfen wir gerade, inwieweit es da Sanktionsmöglichkeiten gibt für Teilnehmer, die die Plätze belegen, aber nicht daran teilnehmen.» Sie sehe Spielraum beispielsweise bei den Sprachkursen, die über das Landesprogramm Start Deutsch angeboten werden.
Kapazitäten beschränkt
Neben den vom Bund geförderten Integrationskursen gibt es in Thüringen die vom Land geförderten Start-Deutsch-Sprachkurse. Meißner betonte, dass die Kapazitäten beschränkt seien. «Und diejenigen, die hierherkommen und das nicht wertschätzen, denen müssen wir das nicht zur Verfügung stellen», sagte Meißner. Denkbar sei etwa, dass ein Teilnehmer, der öfter fehle, aus dem Kurs fliege. «Und damit ist der Platz frei für jemanden, der wirklich will», sagte Meißner. Nach Angaben ihres Ministeriums hätten im Jahr 2025 insgesamt 707 Menschen an den Start-Deutsch-Kursen teilgenommen, 21 brachen den Kurs unbegründet ab.
Sascha Rex, Leiter der Stabsstelle Grundsatzfragen beim Deutschen Volkshochschul-Verband, sagte, aus der Träger-Perspektive sei kein Problem mit Kursplätzen bekannt, die von Teilnehmern blockiert würden, die dann aber nicht regelmäßig in den Kursen erscheinen. Mit Blick auf die Einschnitte bei den Integrationskursen des Bundes sagte er: «Wir haben genau das gegenteilige Problem: Wir haben das Problem, dass die Kurse nicht voll werden, weil die freiwilligen Teilnehmenden fehlen.» Es komme vor, dass Kursteilnehmer wegzögen. «Aber dafür werden die Träger auch nicht vergütet. Es wird nur Anwesenheit bezahlt.»