Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag von Solingen sind Forderungen nach mehr Abschiebungen aus Sicht der Opferberatungsstelle ezra nicht zielführend. «Statt über dringend notwendige Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung des Islamismus zu sprechen, wird eine rassistische Scheindebatte geführt, die die Feindbildmarkierung gegenüber Geflüchteten weiter verstärkt», sagte Projektleiter Franz Zobel. Der Schritt zu rassistischen Angriffen oder gar pogromartigen Ausschreitungen sei dann nicht mehr weit.
In Thüringen erfasste die Beratungsstelle für das Jahr 2023 die meisten rassistischen Gewalttaten und Bedrohungen seit Beginn des Monitorings im Jahr 2011. Inklusive Nachmeldungen wurden 106 Fälle erfasst. Insgesamt zählten die Opferberater 176 rechte Bedrohungen und Gewalttaten und damit die zweithöchste Zahl seit 2011.