An der Thüringer Landesbezahlkarte für Flüchtlinge scheiden sich nach wie vor die Geister. Migrationsministerin Beate Meißner (CDU) bezeichnete die Karte als «klares Erfolgsmodell». Der Verwaltungsaufwand bei der Auszahlung der Asylbewerberleistungen werde dadurch reduziert. Außerdem würden damit Überweisungen ins Ausland verhindert. «Diese Leistungen sind nicht dafür gedacht, Geldtransfers ins Ausland zu ermöglichen oder gar kriminelle Strukturen zu begünstigen.»
Eine Initiative kritisierte die Bezahlkarte in einem heute übergebenen offenen Brief an die Landesregierung hingegen als stigmatisierend. Sie verletze grundlegende Rechte, Betroffene würden zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Kritisiert wird unter anderem, dass die Empfänger in der Regel nur kleinere Geldbeträge bar abheben können. Die Initiative forderte daher den Stopp der Bezahlkarte. Stattdessen brauche es Konten für jeden Betroffenen.