Vor dem Hintergrund der Migrationsdebatte hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) einen «Überbietungswettbewerb der Abschreckungsgrausamkeiten» beklagt. Dadurch werde «leider auch intensiv die Ausländerfeindlichkeit getriggert», sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Am Ende kommt nur das Gefühl raus: Die AfD hat es ja gesagt. Jetzt sagen es die anderen auch.»
Der Linken-Politiker betonte weiter, er bekomme langsam Angst vor der gesellschaftlichen Debatte, «die von spektakulären und sehr negativen Fällen dominiert wird und nicht von den vielen Fällen, in denen Integration gelingt». Nötig sei eine Debatte über gelingende Zuwanderung und nicht über immer mehr Abschottung.
Der Ministerpräsident verwies darauf, dass es in Thüringen bei einer schrumpfenden Bevölkerung acht Prozent Nichtdeutsche gebe. Bei den Krankenhaus-Ärzten seien es 40 Prozent, in der Gastronomie seien aktuell 70 Prozent der Ausbildungsverträge mit Nichtdeutschen abgeschlossen worden. «Über 300.000 Menschen, die jetzt in Rente gehen, stehen 150.000 junge Menschen gegenüber, die folgen. Daran sieht man das Problem und den Lösungsweg», so Ramelow.