Nachdem für eine entsprechende Petition ausreichend Unterschriften gesammelt worden sind, wird sich der Landtag in den nächsten Monaten mit der Schließung der umstrittenen Flüchtlingsunterkunft in Hermsdorf beschäftigen müssen. Der Petitionsausschuss werde nun eine öffentliche Anhörung zur Forderung der Petenten ansetzen, sagte die Vorsitzende des Gremiums, Anja Müller (Linke), der Deutschen Presse-Agentur. Denkbar sei, dass dies noch in dieser Legislaturperiode geschehen werde.
Weil noch mehrere Petitionen nicht abschließend beraten seien, könne sich der Ausschuss auf eine Sondersitzung im August verständigen. Die Petition, mit der die Schließung der Flüchtlingsunterkunft in Hermsdorf gefordert werde, sei aus ihrer Sicht so wichtig, «dass sie dann dort mit beraten werden sollte, falls es der Landesregierung bis dahin nicht gelungen sein sollte, sie zu schließen», sagte Müller. Die aktuelle Legislaturperiode endet mit der Landtagswahl am 1. September.
Im ostthüringischen Hermsdorf wird eine einfache Lagerhalle als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Ursprünglich hatte die Landesregierung geplant, Migranten dort lediglich in Ausnahmefällen und nur für wenige Tage unterzubringen. Die dort untergebrachten Menschen haben kaum Privatsphäre. Auch die hygienischen Zustände lassen zu wünschen übrig. Weil aber in den vergangenen Monaten so viele Flüchtlinge nach Thüringen kamen, waren auch in Hermsdorf mehr Menschen für einen deutlich längeren Zeitraum als beabsichtigt untergebracht worden. Zeitweise lebten mehrere hundert Menschen dort.