Die einst vieldiskutierten Messerverbotszonen spielen in Thüringer Kommunen nach wie vor keine Rolle. Etliche Kreise und kreisfreie Städte antworteten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass dort bisher keine solchen Zonen eingerichtet wurden und das auch in Zukunft nicht geplant sei. Teils hieß es, dass es keine Anhaltspunkte für besonders gefährliche Bereiche gebe. Auch dem Thüringer Innenministerium ist keine Waffenverbotszone im Freistaat bekannt.
Nach dem Anschlag von Solingen vergangenen August war bundesweit eine Debatte über die Gefahr von Messerangriffen entbrannt. In Thüringen wurde kurz danach und noch vor der Landtagswahl eine Verordnung auf den Weg gebracht, die es den Kommunen erleichtern sollte, eigenmächtig Messerverbotszonen einzurichten. Innenminister Georg Maier (SPD) hatte damals von einem «wirksamen Instrument zur Gefahrenabwehr» gesprochen. Schon damals war die Resonanz in den Kommunen jedoch verhalten.