Die konservative Werteunion hängt die Latte trotz bisher schwacher Umfragewerte hoch in Thüringen - mit Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen stellt sie einen Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt auf. Er stehe dafür zur Verfügung, sagte Maaßen am Sonntag bei der Gründung des Thüringer Landesverbandes in Bad Berka bei Weimar. Es ist nach seinen Angaben der bundesweit erste Landesverband, der in Sachsen solle folgen. Der 61-Jährige will allerdings nicht in den Landtag in Erfurt - zum Spitzkandidaten für die Thüringer Landtagswahl am 1. September wurde der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (58) mit 33 von 34 abgegebenen Stimmen gewählt.
Er wolle mit Weiler im «Doppelpack» antreten und die Werteunion ins Thüringer Parlament bringen, sagte Maaßen. Die Werteunion gilt als Partei rechts von der CDU. Das personelle Konstrukt mit einem Ministerpräsidentenkandidaten, der nicht für den Landtag kandidiert, ist rechtlich möglich, aber ungewöhnlich - auch angesichts eines ersten Umfragewertes. In einer Insa-Umfrage im März hatte die Werteunion in Thüringen nur bei einem Prozent gelegen; in einer von ihr in Auftrag gegebenen Potenzialanalyse bei 5 bis 15 Prozent.