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Brennende Augen im Büro: Was Heizungsluft und Bildschirm mit dem Tränenfilm machen

Bildschirmarbeit
Trockene Heizungsluft und konzentrierte Bildschirmarbeit können den Tränenfilm belasten und zu brennenden, gereizten Augen führen. Foto: Pixabay
Mit dem Herbst laufen in Büros und Wohnungen wieder die Heizungen. Für viele, die den Tag am Bildschirm verbringen, beginnt damit die Zeit gereizter Augen. Woran das liegt und was hilft.

Morgens geht es noch, gegen Nachmittag brennen die Augen, die Lider werden schwer, und die Zeilen auf dem Monitor verschwimmen kurz. Viele Beschäftigte kennen dieses Gefühl, besonders in der kalten Jahreszeit. Ob in der Verwaltung, im Kundenservice oder am Küchentisch im Homeoffice: Ein großer Teil der Arbeit findet heute am Bildschirm statt. Kommt trockene Heizungsluft hinzu, geraten die Augen schnell an ihre Grenzen.

Wenn der Tränenfilm aufreißt

Damit das Auge gesund bleibt, muss seine Oberfläche ständig benetzt sein. Diese Aufgabe übernimmt ein hauchdünner Tränenfilm, der sich mit jedem Lidschlag neu verteilt. Eine fetthaltige Schicht schützt ihn vor dem Verdunsten. Wer konzentriert auf einen Bildschirm schaut, blinzelt jedoch deutlich seltener. Gleichzeitig entzieht warme, trockene Raumluft dem Auge Feuchtigkeit. Der Film reißt auf, die Augen röten sich, brennen oder fühlen sich an, als läge ein Sandkorn darin.

Mediziner sprechen dann vom trockenen Auge. Mit dem Alter steigt das Risiko, Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und auch wer Kontaktlinsen trägt, neigt eher dazu. Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums bietet einen verständlichen Überblick über Ursachen und Behandlung trockener Augen, einschließlich der Medikamente, die die Beschwerden verstärken können.

Kleine Gewohnheiten, spürbare Entlastung

Vieles lässt sich ohne großen Aufwand ändern. Wer sich bewusst angewöhnt zu blinzeln, verteilt den Tränenfilm besser. Eine verbreitete Faustregel lautet: etwa alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in rund sechs Meter Entfernung schauen. Der Schreibtisch sollte nicht im direkten Luftzug von Heizlüfter oder Klimaanlage stehen. Wasserschalen an den Heizkörpern oder ein Luftbefeuchter heben die Luftfeuchtigkeit. Steht der Monitor etwas unterhalb der Augenhöhe, bedeckt das obere Lid einen größeren Teil des Auges. Bei geröteten Augen raten Fachleute von abschwellenden Tropfen ab, weil sie die Trockenheit verstärken können. Benetzende Tropfen, sogenannte künstliche Tränen, sind meist die bessere Wahl.

Auch der Monitor selbst lässt sich augenfreundlicher einstellen. Spiegelungen von Fenstern oder Lampen verlangen mehr Konzentration, und wer sich konzentriert, blinzelt noch seltener. Eine Helligkeit, die zur Umgebung passt, eine ausreichend große Schrift und ein guter Kontrast nehmen dem Auge Arbeit ab. Wer Kontaktlinsen trägt, kann an langen Bürotagen zwischendurch auf die Brille wechseln.

Wenn die Brille nicht mehr mitspielt

Nicht immer ist trockene Luft der einzige Grund für müde Augen. Etwa ab Mitte 40 lässt die Fähigkeit nach, auf kurze Distanzen scharf zu stellen. Wer dann den Monitor immer weiter wegschiebt oder den Kopf in den Nacken legt, um durch den unteren Teil der Gleitsichtbrille zu schauen, bekommt schnell Verspannungen. Universalgleitsichtgläser bieten für den Abstand zum Bildschirm oft nur einen schmalen scharfen Bereich. Eine Arbeitsplatzbrille ist dagegen auf die Entfernungen zwischen Tastatur und Monitor abgestimmt. Angefertigt wird sie beim Augenoptiker, etwa in den Filialen von eyes and more, wo auch die Fassung so angepasst wird, dass der Blick auf den Bildschirm in entspannter Kopfhaltung gelingt.

Was Arbeitgeber anbieten müssen

Wer regelmäßig an einem Bildschirmgerät arbeitet, hat Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens anbietet. Diese sogenannte Angebotsvorsorge ist in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge geregelt, die Teilnahme ist freiwillig. Zeigt sich, dass die normale Brille für die Arbeit am Monitor nicht ausreicht, muss der Arbeitgeber eine spezielle Sehhilfe im erforderlichen Umfang bezahlen. Das gilt nach den arbeitsmedizinischen Regeln auch für Telearbeit und mobiles Arbeiten. Wie das Zusammenspiel von Betriebsarzt und Augenarzt dabei abläuft, erläutern die Hinweise der Gewerbeaufsicht zur Bildschirmbrille ausführlich.

Zudem verlangt die Arbeitsstättenverordnung, dass Bildschirmarbeit durch andere Tätigkeiten oder regelmäßige Erholungszeiten unterbrochen wird. Solche Kurzpausen entlasten die Augen und wirken der Erschöpfung entgegen. Gesundheit am Arbeitsplatz ist in Thüringen derzeit ohnehin ein Thema, eine AOK-Auswertung verzeichnet deutlich mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen im Land.

Im Homeoffice lohnt es sich, den Arbeitsplatz mit demselben Blick einzurichten wie im Büro. Steht der Schreibtisch so, dass man seitlich zum Fenster schaut, entstehen weder Blendung von vorn noch Spiegelungen auf dem Bildschirm. Eine Schreibtischlampe ergänzt das Tageslicht, sobald es am Nachmittag früher dunkel wird.

Wer die nächste Pause nicht am Smartphone, sondern am offenen Fenster verbringt, tut den Augen gleich doppelt etwas Gutes: Der Blick wandert in die Ferne, und für ein paar Minuten weicht die trockene Heizungsluft der frischen Oktoberluft.