Muslime haben auch in Thüringen inzwischen in mehreren Kommunen die Möglichkeit, tote Angehörige möglichst nah an muslimischen Traditionen zu bestatten – auch wenn die deutsche Rechtslage die Befolgung der Riten oft nicht vollständig zulässt. Erfahrungen aus der Praxis zeigten, dass es über Gespräche oftmals trotz dieser Schwierigkeiten möglich sei, den religiösen Bedürfnissen der betroffenen Familien zumindest ein Stück weit nachzukommen, sagte Thüringens Migrationsbeauftragte, Mirjam Kruppa, der Deutschen Presse-Agentur.
Sterbefälle seien Ausnahmesituationen für alle Betroffenen. «Deshalb ist es wichtig, dass auch im Falle muslimischer Familien sowohl Angehörige als auch Bestattungsunternehmen, Kliniken und Friedhofsverwaltungen wissen, was es gibt und was möglich ist.»
Nach Kruppas Angaben gibt es inzwischen in acht Kommunen des Freistaats muslimische Grabfelder – in Eisenach, Erfurt, Gera, Jena, Mühlhausen, Nordhausen, Sonneberg und Weimar. Dabei handele es sich um ausgewiesene Friedhofsabschnitte, die den besonderen Anforderungen einer muslimischen Bestattung, wie beispielsweise der Ausrichtung der Gräber nach Mekka, so weit wie möglich entgegenkämen. «Es ist ein gutes Zeichen, dass immer mehr Kommunen in Thüringen auch auf den Friedhöfen der zunehmenden Vielfalt der Thüringer Bevölkerung gerecht werden», sagte Kruppa. Die Grabfelder seien in der Regel in Zusammenarbeit mit den muslimischen Gemeinden vor Ort entstanden.