Ihre Zahl nimmt rasant zu: Auf Social Media sorgen Deepfakes im besten Fall für Spaß und Unterhaltung. Auf Pornoseiten können sie den Ruf von Menschen zerstören - und auf politischen Seiten Wahlen beeinflussen. Deepfakes sind täuschend echte, KI-generierte oder manipulierte Bilder, Videos und Audioaufnahmen. In der aktuellen Debatte werden sie auf der politischen Agenda zunehmend als Problem erkannt.
Aber wie enttarnt man ein Deepfake? Nicolas Müller vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit in Garching bei München leitet dort eine Forschungsgruppe zu Deepfakes. Eine erste Analyse kann bereits mit den eigenen Augen und Ohren erfolgen, sagt er.
«Bei einem Interview mit einer Person kann man checken: Das soll in Berlin aufgenommen sein an einem bestimmten Tag. Passt denn das Wetter? Man kann bei einem Video auch schauen: Kommen alle Schatten aus der richtigen Ecke?»
Das könne man händisch machen: «Da zieht man auf einem Standbild von den Schatten eine Linie zu den Schattengebern und schaut, ob alle diese Linien, wenn man sie nach oben weiter zeichnet, von einem gemeinsamen Punkt ausgehen. Wenn das nicht so ist, dann ist es mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit ein Deepfake - zumindest, wenn es eine Szene draußen ist mit nur einer Lichtquelle.»