Stark beschädigte historische Aktenbände der von den Nazis gegründeten Reichsvereinigung der Juden in Deutschland sollen durch ein Pilotprojekt restauriert und gesichert werden. Das Kooperationsprojekt der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, des Bundesarchivs und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim hat nach Angaben der Thüringer Landesvertretung in Berlin die Arbeit dafür aufgenommen.
Verfahren müssen entwickelt werden
Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland wurde 1939 durch die Nationalsozialisten eingerichtet. Der zwangsweise Zusammenschluss aller jüdischen Organisationen und Gemeinden in Deutschland diente der Kontrolle der Jüdinnen und Juden. Später nutzten die Nazis die Mitgliederkarteien für die Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager.
Ziel der Zusammenarbeit sei es, mittels spezieller Verfahren die fragilen Dokumente für die Öffentlichkeit zugänglich und sichtbar zu machen, so Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs. Einige Verfahren müssen den Angaben zufolge auch erst mit dem Projekt entwickelt werden.