Trotz Digitalisierungsbestrebungen in der Verwaltung werden Thüringer Beamte in absehbarer Zukunft weiterhin viel mit Papier und klassischen Amtssiegeln arbeiten müssen. Zwar gebe es bereits Überlegungen, in Zukunft möglicherweise mit elektronischen Siegeln zu arbeiten, teilte ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums auf Anfrage mit. «Allerdings sind vor allem die technischen Voraussetzungen zu klären, die einer Siegelung in der herkömmlichen Form ebenbürtig sind.»
Solange dies nicht möglich sei, müssten die Beamten auch in den nächsten Jahren noch viele Papierdokumente siegeln. Grundsätzlich erhöhten solche Zeichen «den Beweiswert einer behördlichen Urkunde erheblich», sagte der Sprecher.
Ähnlich ist der Tenor in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion. Hier wird darauf verwiesen, dass bestimmte Vorgaben für das Siegeln von Dokumenten Bundesrecht berührten und deshalb von der Thüringer Landesregierung nicht aufgehoben werden könnten. Das gelte etwa für die Ausstellung von Heiratsurkunden oder Bescheinigungen zum Kirchenaustritt. Zudem würden dem Verzicht auf Amtssiegel auf Papierdokumenten teilweise europarechtliche Regelungen entgegenstehen.