Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz sieht neben wachsenden Fallzahlen von sexualisierter Gewalt weitere bedenkliche Entwicklungen in Thüringen. «Eine weiterhin stark steigende Problemlage in Thüringen sind Kinder und Jugendliche, welche selbst übergriffig hinsichtlich sexueller Misshandlungen werden», teilte Susan Schmidt, die Geschäftsführerin des Vereins, mit. Die Kinder- und Jugendschutzdienste in Thüringen verzeichneten demnach im vergangenen Jahr verglichen mit 2022 einen Anstieg um fast 40 Prozent bei Anfragen zu solchen Fällen. Die Landesarbeitsgemeinschaft koordiniert den Arbeitskreis der Kinder- und Jugendschutzdienste.
Übergriffe zwischen Minderjährigen und jungen Volljährigen in Institutionen oder Familie, aber auch untereinander, verdeutlichten den Bedarf für Anlaufstellen, die auch mit den Übergriffigen selbst arbeiteten, so Schmidt. Allerdings deckten die bestehenden Strukturen in der Jugendhilfe diese Arbeit kaum ab. Es sei nötig, solche speziellen Angebote auszubauen und zu vernetzen.