Plätze zur Kurzzeitpflege von normalerweise zu Hause versorgten Pflegebedürftigen in Einrichtungen bleiben aus Sicht von Angehörigen in Thüringen ein Problem. Der Bedarf steige, sagte Sigrun Fuchs, Vorstandsmitglied des Angehörigen-Selbsthilfeverbandes «Wir pflegen» in Thüringen, der Deutschen Presse-Agentur. Dabei spiele die Urlaubszeit nicht einmal die Hauptrolle. «Es wäre ja schön, wenn es nur darum ginge, aber es ist sehr viel ernster.» Immer häufiger werde die vorübergehende stationäre Betreuung allerdings benötigt, um pflegende Angehörige von eigenen gesundheitlichen Problemen zu entlasten.
«Zum Beispiel, wenn sie selbst ins Krankenhaus müssen und die Pflegebedürftigen dann nicht betreuen können», erläuterte Fuchs. «Da sind die Leute echt in Not.» Viele pflegende Angehörige stünden schließlich selbst schon im höheren Lebensalter. In Thüringen leben schätzungsweise 275.000 Menschen, die sich um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern.
Oft werde das Thema akut, wenn alte Menschen nach einem Klinikaufenthalt plötzlich zum Pflegefall würden und Angehörige die Versorgung kurzfristig klären müssten, so Fuchs. Sie verweist darauf, dass Kliniken pflegebedürftige Patienten nicht entlassen dürften, wenn die anschließende Versorgung nicht gewährleistet sei.