Das Netz an kommunalen Pflegestützpunkten für die Beratung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen in Thüringen soll dichter geknüpft werden. Die Kommunen sollen dabei durch zweckgebundene feste Zuschüsse vom Land finanziell unterstützt werden, wie das Sozialministerium mitteilte. Derzeit gibt es in neun Landkreisen und kreisfreien Städten Stützpunkte, in denen Fachleute zu Fragen rund um die Pflegeversicherung und Hilfsmöglichkeiten für auf Pflege angewiesene Menschen beraten. Ziel ist es laut Ministerium, solche Anlaufstellen in jedem Landkreis aufzubauen.
Über das 2021 von der rot-rot-grünen Vorgängerregierung eingeführte Programm «-Agathe» finanziert das Land speziell geschulte Fachkräfte, die vor Ort praktische Unterstützung für Senioren im Alltag organisieren und ihnen zum Zuhören zur Verfügung stehen. Ziel ist es, den Menschen so lange wie möglich ein selbstständiges Leben in ihrer eigenen Wohnung zu ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte beteiligen sich an dem Programm.
Mehr als 193.000 Pflegebedürftige im Freistaat
In Thüringen sind nach aktuell verfügbaren Statistiken mehr als 193.000 Menschen pflegebedürftig (Stand Ende 2023), die meisten werden zu Hause von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten betreut. Oft helfen auch Nachbarn, Freunde oder Bekannte. Ende 2025 waren im Freistaat rund 3.000 dieser Nachbarschaftshelfer registriert. Geregelt wird das über eine Landesverordnung, die novelliert werden soll.
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