Die 107. Auflage des Thüringen-Derbys zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt (3:1) ist von Ausschreitungen überschattet worden. Schiedsrichter Michael Näther musste die Regionalliga-Partie am Samstag im Ernst-Abbe-Sportfeld ab der 80. Minute unterbrechen, schickte beide Teams in die Kabine, drohte mit Spielabbruch und führte eine Krisensitzung mit seinem Schiedsrichtergespann, Ordnungskräften und den Trainern durch. «Aus dem Block der Erfurter werden mindestens vier Leuchtraketen in die nur wenige Meter entfernten Fanblöcke A und B auf der Jenaer Westtribüne geschossen und treffen dort sitzende Zuschauer. Durch derartige Aktionen werden schwerste Verletzungen vorsätzlich in Kauf genommen», schrieb der FCC auf seiner Homepage. Erst nach einer guten halben Stunde wurde die Partie fortgesetzt.
Bereits vor dem Derby kam es zu unschönen Szenen, da der von der aktiven Jenaer Ultraszene initiierte Fan-Marsch mit 800 Personen bei den Sicherheitsbehörden nicht offiziell bekannt gegeben wurde. Da die Nichtnutzung der Stadtrodaer Straße, die für den Einsatz von Polizeifahrzeugen und Polizeibeamten dient, nicht akzeptiert wurde, musste die Polizei eingreifen. «Zur Vermeidung dieses unkontrollierten Betretens der Straße erfolgte der Einsatz des Wasserwerfers und die Anwendung von unmittelbarem Zwang gegen die sich beteiligenden Fans», hieß es im Polizeibericht. Dabei wurden handelnde Polizeibeamte körperlich sowie durch Steinwürfe aktiv angegriffen und leicht verletzt.