RB Leipzig scheitert bei Real an königlicher Souveränität
RB Leipzig bleibt auswärts ein Sorgenkind. Das 1:4 (0:1) bei Real Madrid war die zweite Auswärtsklatsche in der Champions League und die fünfte in einem Pflichtspiel in Serie. Und das bei einem Torverhältnis von 4:19. «Wir haben vieles besser gemacht als in München, definitiv. In der ersten Hälfte haben wir das Spiel total offen gestaltet, waren die gefährlichere Mannschaft. Wir haben auch nach dem 2:0 nicht aufgehört, schießen selbst nach dem 3:0 noch das 3:1», sagte Leipzigs Christoph Baumgartner nach seinem Comeback in den letzten Minuten und fügte an: «Wir haben uns in München ein bissl ergeben, das Gefühl hatte ich heute nicht.» Nach der 1:6-Schmach in München zeigte das Team von Trainer Martín Demichelis phasenweise zwar ein anderes Gesicht, mehr aber vor 80.000 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu auch nicht. Bernardo Silva (44. Minute) traf zur Real-Führung, ehe Arda Güler (52.) und Kylian Mbappé (82.) für klare Verhältnisse sorgten. Tidiam Gomis traf in der 85. Minute zumindest zum 1:3, ehe der Ex-Leipziger Yan Diomande mit einem Traumtor den Endstand besorgte (87.). In der Champions-League-Tabelle steht Leipzig auf Platz 29 von 36, gleichauf mit AEK Athen. Vor dem Spiel klatschten der Ex-Leipziger Ibrahima Konaté und der im Sommer für 125 Millionen Euro zu Real gewechselte Diomande die ganze Leipziger Bank ab. Wie angekündigt musste der Ivorer für den in der Liga gesperrten Vinicius Junior Platz machen. Für Konaté rotierte Trainer José Mourinho Ex-Nationalspieler Antonio Rüdiger in die Innenverteidigung. Insgesamt nahm er vor dem El Clásico an diesem Samstag (21.00 Uhr/DAZN) beim FC Barcelona fünf Wechsel vor. Gegen das königliche Star-Ensemble hatte Demichelis «Mut und Persönlichkeit» gefordert. «Es ist eine Verpflichtung, hier ein anderes Gesicht zu zeigen», sagte Demichelis vor dem Anpfiff bei DAZN. Im Sturm startete Romulo. Zudem rückte Nicolas Seiwald für Ezechiel Banzuzi in die Startelf der Leipziger. Leipzig startete gut, presste hoch und hatte die erste gute Chance. Der frei durchgelaufene Romulo wurde vom erfahrenen Rüdiger (7.) im letzten Moment außer Tritt gebracht. Real hatte mehr Ballbesitz und wartete geduldig auf den ersten genialen Moment. Nach einer Viertelstunde wurde der Druck größer. Die große Chance zur Führung hatte aber Leipzig: Thibaut Courtois verhinderte das 0:1 mit einer Weltklasse-Reaktion gegen Romulo (28.). «Er ist einfach ein Weltklassetorhüter», sagte Mourinho und lobte die Leipziger: «Sie waren sehr beweglich.» Im Gegenzug zeigte der 24 Jahre alte Leipzig-Keeper Maarten Vandevoordt sein Können gegen den Distanzschuss von Vinicius. Kurios: Das Aufeinandertreffen der beiden belgischen Nationaltorhüter Courtois und Vandevoordt war zugleich ein Duell Idol gegen Fan. Denn seit seiner Kindheit eiferte der zehn Jahre jüngere Vandevoordt seinem älteren Vorbild nach, der in der 41. Minute erneut gegen Christopher Nkunku auf der Hut war. Als Vandevoordt einen abgefälschten Ball nach einer doppelten Fußabwehr kurz aus den Augen verlor, traf Bernardo Silva im Nachsetzen zur Real-Führung. Nach dem Wechsel hielt Vandevoordt einen Gewaltschuss von Fede Valverde. Dann köpfte Kylian Mbappé (52.) den Ball entgegen der Sprungrichtung von Vandevoordt - Güler muss das Spielgerät nur noch über die Linie drücken. In Halbzeit zwei konnte sich Leipzig kaum befreien und nur wenig Offensiv-Akzente setzen. Demichelis brachte nach einer Stunde mit Rocco Reitz und Andrija Maksimovic frische Kräfte. Leipzigs Königstransfer Diomande durfte dann bei Real ab der 70. Minute gegen seinen Ex-Club ran - und belohnte sich mit einer traumhaften Direktabnahme. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenRüdiger steht in der Startelf
Starkes belgisches Torhüter-Duell