Beim Anschluss neuer Solaranlagen brauchen private Hausbesitzer in Thüringen Geduld. Der Boom der Anlagen habe für einen Stau gesorgt, bis die Anlagen ans Netz kommen und Einspeisevergütungen für Strom gezahlt werden könnten, sagte ein Sprecher der Thüringer Energie AG (Teag) auf dpa-Anfrage in Erfurt. Die Wartezeiten betrügen bis zu sechs Monate, in Einzelfällen auch acht.
Der Anschlussstau ist kein Phänomen nur in Thüringen. «Wartezeiten von mehreren Wochen oder sogar Monaten bis zur Herstellung eines Netzanschlusses kommen aktuell immer wieder vor», teilte die Bundesnetzagentur in Bonn auf Anfrage mit. Es gebe bundesweit einen Ansturm, auf den die Netzbetreiber allerdings unterschiedlich gut vorbereitet gewesen seien.
Jährliche Verdopplung der Anträge
Als Gründe nannte die Bundesnetzagentur neben der großen Zahl neuer Anlagen und damit einer stark erhöhten Nachfrage nach Netzanschlüssen eine erhöhte Auslastung der Netze, die mancherorts zu aufwändigeren Netzverträglichkeitsprüfungen frühe. Hinzu komme ein Mangel an Fachkräften. Die Agentur verzeichnete nach eigenen Angaben 2023 einen Anstieg von Beschwerden über Verzögerungen und Probleme beim Netzanschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen - nicht nur, aber auch aus Thüringen.