Sie verspeisen Heuschrecken, Fliegen, aber auch ihre männlichen Artgenossen nach dem Sex: In Thüringen breitet sich nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) die Gottesanbeterin aus – auch wegen steigender Temperaturen und warmer, trockener Sommer.
In der Vergangenheit galt die Fangschrecke, die in Ruhestellung zwei Beinen wie zum Gebet erhobene Arme vor den Körper hält, als Exot. Ihre Vorkommen nehmen seit 2018 zu, wenn auch noch nicht flächendeckend in Thüringen, so der Nabu.
«Die Schwerpunkte der bisherigen Nachweise liegen im Kyffhäuserkreis, im Mittleren Saaletal und im Landkreis Sömmerda», erklärte Ronald Bellstedt, ein Insektenexperte des Nabu. Das ursprünglich aus Afrika stammende Insekt mit imposanten Fangarmen bevorzuge trockenwarme, meist in Südlage gelegene Gras- und Buschlandschaften, Halbtrockenrasen und Flächen mit lockerer Vegetation. Lange habe es in Deutschland Gottesanbeterinnen nur in sogenannten Wärmeinseln wie dem Kaiserstuhl bei Freiburg gegeben.