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Kampfmittelräumung am Alacher See: Erfurt plant Arbeiten auf 342 Hektar bis 2030

Kampfmittelräumung am Alacher See: Erfurt plant Arbeiten auf 342 Hektar bis 2030
Die Kampfmittel sollen bis voraussichtlich 2030 beseitigt werden. (Symbolbild) / Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Ursprünglich war eine Entschlammung des Sees geplant. Doch Munitionsfunde machen zunächst eine Räumung nötig. In wenigen Tagen geht es los.

Im Oktober beginnt im Naturschutzgebiet Alacher See und Umgebung ein großangelegter Einsatz zur Beseitigung von Kampfmitteln. Auf einer Fläche von rund 342 Hektar sollen die Kampfmittel bis voraussichtlich 2030 beseitigt werden, wie die Stadt Erfurt mitteilte. Anlass sind demnach Munitionsfunde sowie eine dokumentierte Belastung des Gebietes durch Sprengungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs. 

«Die Kampfmittelbelastung muss beseitigt werden, um die Sicherheit von Menschen und Umwelt dauerhaft zu gewährleisten», sagte der Leiter des Umwelt- und Naturschutzamtes, Jörg Lummitsch, laut Mitteilung. Der Alacher See soll nach Abschluss der Arbeiten demzufolge naturschutzfachlich weiterentwickelt werden. 

Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Ursprünglich war nach Angaben der Stadt eine Entschlammung des Sees vorgesehen. Bei der Planung sei damals jedoch die Kampfmittelbelastung des Gebietes festgestellt worden. Eine Gefährdungsabschätzung aus dem Jahr 2017 wies demnach auf mögliche Munitionsfunde in einem Umkreis von bis zu einem Kilometer um die ehemaligen Sprengstellen hin.

Der See liegt zwischen den Erfurter Ortsteilen Alach, Schaderode und Töttelstädt. Seit 1967 gibt es das rund 16,6 Hektar große Naturschutzgebiet. Den Angaben nach ist es für zahlreiche Vogelarten als Brut-, Sammel- und Rastgebiet sowie als Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten von Bedeutung. 

Betretungsverbot ab 1. Oktober

Ab 1. Oktober 2026 gilt laut Stadt ein Betretungsverbot für das gesamte Projektgebiet. Ausgenommen sind Eigentümer betroffener Grundstücke. Mit einer sogenannten Betretungserlaubnis bleibe demnach etwa die landwirtschaftliche Bewirtschaftung grundsätzlich möglich. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. «Kampfmittel dürfen keinesfalls berührt oder bewegt werden», hieß es.

Als Erstes soll im Naturschutzgebiet ein Ersatzlebensraum geschaffen werden. Dafür müssten zunächst die Kampfmittel im betroffenen Bereich geräumt werden. Die weitergehende Räumung soll dann 2027 beginnen und bis Ende 2030 abgeschlossen sein.

Nachdem Entfernen der Munition werde der Alacher See entschlammt, so die Stadt. Zudem seien Wiederherstellungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet vorgesehen. Um die Entwicklung des Naturschutzgebietes im Blick zu haben, soll an die baulichen Maßnahmen ein fünfjähriges Monitoring folgen.

Die direkten Kosten der Kampfmittelräumung trägt demnach die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die naturschutzfachlichen Maßnahmen werden unter anderem aus Mitteln der Stadt Erfurt finanziert.

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