Mehr als die Hälfte der in Thüringen vorkommenden Wildbienenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Der Naturschutzbund (Nabu) bezeichnete die Situation im Freistaat als alarmierend. Insgesamt seien 416 Wildbienenarten bekannt. 43 Arten seien bereits ausgestorben oder verschwunden, 72 Arten der für die Bestäubung von Pflanzen unverzichtbaren Insekten vom Aussterben bedroht. Das teilte der Nabu in Jena auf Anfrage mit.
Wichtig sei für den Bestandserhalt, dass Wild- und Honigbienen auch im Hochsommer ausreichend Blüten fänden. Kritik kam von der Fraktion Die Linke, weil die Arbeiten an der Thüringer Strategie für biologische Vielfalt von der Landesregierung ausgesetzt seien.
Nach Nabu-Angaben leiden Bienen und andere Insekten darunter, wenn in Gärten und Parks sowie an Feld- und Straßenrändern Blumen und Grün zurückgeschnitten oder gemäht werden. Blütenpflanzen seien im August wichtige Nahrungsquellen nicht nur für Wild- und Honigbienen, sondern auch für Schwebfliegen, Schmetterlinge, Wespen und andere Insektenarten, erklärte Marcus Orlamünder vom Nabu. «Wer jetzt Blütenpflanzen abmäht oder abschneidet, raubt vielen Insektenarten wie Wildbienen die Nahrung.»