Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer warnt vor einer zunehmenden Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen und fordert mehr Möglichkeiten für Behörden, gefährdete Minderjährige frühzeitig zu erkennen. Anlass seiner Warnung ist der mutmaßlich islamistische Terroranschlag des 21-jährigen Abdul B. auf den Berliner Christopher Street Day.
«Wir stellen fest, dass wir es bei radikalisierten Extremisten immer öfter mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben», sagte Kramer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Jugendliche seien «insbesondere in der Adoleszenz besonders vulnerabel», also empfänglich für emotionale Bindungen, die später zur Radikalisierung missbraucht werden könnten. «Die Hemmschwelle, auch brutale Gewalt einzusetzen, sinkt dabei immer schneller und öfter.» Insofern seien Jugendliche besonders gefährdet – und wenn radikalisiert, auch besonders gefährlich.