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Schutz bei Hitze: Wie das Land auf heißere Sommer reagiert

Schutz bei Hitze: Wie das Land auf heißere Sommer reagiert
Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk rät, sein eigenes Verhalten an Hitzetagen anzupassen. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa
Von: DieThüringer News
In Thüringen gibt es immer mehr Hitzetage mit Temperaturen über der 30-Grad-Marke. Das hat Folgen. Welche Konzepte derzeit im Gespräch sind und was die Landesregierung dazu sagt.

Mit einem Hitzeaktionsplan will die Thüringer Landesregierung die Menschen im Land, aber auch Kommunen besser auf die steigende Anzahl heißer Tage vorbereiten. «Es wird wärmer, und das müssen alle verstehen und akzeptieren», sagte Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD).

Prävention im eigenen Verhalten sei fundamental. Viele unterschätzten die Wärmeentwicklung beispielsweise in einem Auto oder wie viel ein Mensch im Laufe eines Tages trinken sollte. «Es gibt nicht umsonst ein Trinkprotokoll», sagte Schenk. Ältere Menschen hätten nachweislich ein geringeres Durstempfinden.

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Mehr Hitze-Tage

Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW) wies darauf hin, dass sich die Zahl der heißen Tage mit mehr als 30 Grad pro Jahr in Thüringen im Flächenmittel verdoppelt habe. Im Zeitraum 1961-1990 habe es im Schnitt vier solcher heißen Tage pro Jahr gegeben, zwischen 1995 und 2024 seien es bereits neun gewesen, so Kummer. 

An der Sternwarte in Jena, die als besonders heißer Ort im Freistaat gilt, seien es allein im laufenden Jahr bereits 27 solcher heißen Tage gewesen. «Die Prognosen, wo das Ganze hingeht, sind so, dass wir nach Südfrankreich gucken müssen, wo sich Thüringen wettermäßig perspektivisch wiederfinden sollte», so der Minister.

Besonders Gefährdete

Schenk machte klar, dass Hitze praktisch allen zu schaffen macht. Doch es gibt Gruppen, die besonders gefährdet sind. Dazu zählen nach Auffassung der Landesregierung chronisch Kranke, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Ältere und Menschen, die im Freien arbeiten. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Thüringen im laufenden Jahr rund 230 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Das sind schon jetzt weitaus mehr als in jedem Gesamtjahr seit 2016.

Kühle Orte und Infos im Netz

Der Hitzeaktionsplan enthält laut Schenk 21 Maßnahmen. Dazu gehört eine Karte im Internet mit kühlen Orten in Thüringen. Die Karte gibt es schon länger. «Es ist auch darauf hinzuweisen, dass wir uns bereits in der Umsetzungsphase befinden», sagte Schenk. Auf der Seite hitze.thueringen.de stehen außerdem Informationen rund um das Thema Hitze und die gesundheitlichen Folgen bereit. Auch zum UV-Schutz wird informiert.

Konzepte für Kommunen

Kummer sagte, es sei teils möglich, Maßnahmen beim Klimaschutz und zur Klimaanpassung miteinander zu verknüpfen. «Ich kann kommunale Plätze auch mit Photovoltaik beschatten», sagte Kummer. Eine Wärmepumpe, die im Winter günstig heizt und im Sommer auch kühlen kann - in Kombination mit einer Photovoltaik auf dem Dach - könne einen wirtschaftlich positiven Effekt haben, sagte Kummer.

Grüne fordern Nachbesserungen

Die Thüringer Grünen forderten am Hitzeaktionsplan Nachbesserungen. «Wenn es immer heißer wird, brauchen wir mehr als Prüfaufträge, Empfehlungen und Informationsangebote. Wir brauchen Geld, klare Ziele und Maßnahmen, die die Menschen im Alltag spüren», sagte Luis Schäfer, Landessprecher der Grünen, die in Thüringen nicht mehr im Landtag vertreten sind. 

Die Grünen forderten verbindliche Hitzeaktionspläne für Kommunen, ein Landesprogramm für Entsiegelung und Stadtgrün, ein Sofortprogramm für hitzetaugliche Schulen und Kitas sowie Investitionen in Pflegeheime und Krankenhäuser. Außerdem brauche es mehr Trinkbrunnen, kühle öffentliche Orte und bessere Schutzstandards für Beschäftigte bei großer Hitze.

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