940 Tonnen Kalk aus der Luft: Hilfe gegen saure Waldböden
Die Wälder im Südosten Thüringens erhalten eine Kalk-Kur aus der Luft. Etwa 940 Tonnen regionaler Naturkalk werden per Hubschrauber auf einer Waldfläche von rund 313 Hektar im Forstamt Neustadt/Orla verteilt, wie Thüringenforst mitteilte. Die Maßnahme dauert demnach rund zwei Wochen - geflogen wird jedoch nur bei geeignetem Flugwetter. «Die zu überfliegenden Waldflächen werden kurzfristig gesperrt», sagte Jörn Ripken, Vorstand von Thüringenforst. Der Kontakt mit Naturkalk sei für Besucherinnen und Besucher jedoch völlig unschädlich - einzig die Kleidung könnte leicht verschmutzen. Die Waldkalkung ist nach Angaben der Landesforstanstalt eine der zentralen Maßnahmen, um versauerte Waldböden zu stabilisieren und langfristig die Leistungsfähigkeit der heimischen Wälder zu sichern. Denn die Folgen des sauren Regens sowie immer noch zu hoher Stickstoffeinträge machten manchen Wäldern weiterhin Probleme. Der Magnesiumkalk senke den Bodensäurewert und gleiche damit die Bodenchemie aus. «Die Kalkung ermöglicht eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Waldbäume wie auch eine bessere natürliche Verjüngung der Waldbestände», teilte die Forstbehörde mit. Zudem werde das Grundwasser verstärkt geschützt, da die Filterfunktion verbessert werde. Seit mehr als 30 Jahren werden Waldböden im Freistaat gekalkt. Und auch künftig werden den Angaben nach regelmäßige Kalkabgaben an einigen Standorten nötig sein - etwa in den Kammlagen des Thüringer Waldes, dem Thüringer Schiefergebirge und dem Harz. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWaldschutz im Fokus