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Autoindustrie plädiert für niedrigere Netzentgelte

Autoindustrie plädiert für niedrigere Netzentgelte
Automobilindustrie verlangt Transparenz bei Netzausbau und Kosten (Symbolbild). / Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Die hohen Energiepreise belasten Industrieunternehmen. Die Branchenvereinigung der Thüringer Automobilindustrie und die IHK Südthüringen haben Forderungen an die Bundesregierung.

In der Debatte um niedrigere Strompreise setzt die Branchenvereinigung der Thüringer Automobilindustrie auf Änderungen bei den Netzentgelten. Sie plädierte zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen dafür, dass der Bund künftig die Kosten für den Ausbau der Netze stärker tragen soll. So könnten Industrie und Verbraucher finanziell entlastet werden, betonten sie bei einem Treffen zur Energiepolitik in Erfurt. 

Hintergrund ist, dass ein Teil der Kosten für den Bau und Betrieb neuer Stromnetze direkt auf die Verbraucher in der jeweiligen Region umgelegt wird. Dadurch gibt es regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten. Thüringen gehört zu den Regionen, in denen neue Stromtrassen entstanden oder derzeit noch gebaut werden.

Netzentgelte wichtig bei Standortentscheidungen 

«Aus Sicht der Wirtschaft wird die Finanzierung der Netzinfrastruktur zunehmend zu einer entscheidenden Standortfrage», teilte die Vereinigung automotive thüringen mit. «Unsere Unternehmen entscheiden heute über Investitionen, die zehn oder zwanzig Jahre am Standort bleiben sollen. Dafür brauchen sie eine klare Vorstellung davon, welche Netzkapazitäten künftig verfügbar sind und mit welchen Kosten sie rechnen müssen», sagte Geschäftsführer Rico Chmelik. Aus der Energiekrise sei eine Industrie- und zunehmend eine Standortkrise geworden. Die Höhe der Netzentgelte sei eine Standortfrage.

In der Automobilindustrie, die in Thüringen vor allem durch mittelständische Zulieferer geprägt ist, seien Netz- und Infrastrukturkosten zuletzt deutlich gestiegen - obwohl der Stromverbrauch gesunken sei. Thüringens Energieminister Tilo Kummer vertrat die Ansicht, dass die Schritte der Bundesregierung zur Stabilisierung der Strompreise nicht ausreichten. Er sprach sich für die Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau für alle Endverbraucher aus. 

Laut Chmelik waren auch Bearbeitungszeiten für industrielle Netzprojekte ein Thema. Engpässe müssten früher erkannt werden als bisher und industrielle Investitionsprojekte besser begleitet werden. Automotive thüringen vertritt nach eigenen Angaben 118 Unternehmen der Automobilindustrie.

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