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Helaba-Chef fordert Kompromissbereitschaft bei europäischer Einlagensicherung

Helaba-Chef fordert Kompromissbereitschaft bei europäischer Einlagensicherung
Widerstände in Deutschland gegen europäische Einlagensicherung (Symbolbild) / Foto: Boris Roessler/dpa
Von: DieThüringer News
Die Widerstände vor allem in Deutschland sind groß. Doch auch Sparer und Geldhäuser hierzulande könnten von einer europäischen Lösung profitieren, meint Landesbank-Chef Thomas Groß.

Helaba-Chef Thomas Groß fordert Kompromissbereitschaft in der seit Jahren festgefahrenen Diskussion über einen grenzübergreifenden Schutz der Gelder von Bankkunden in Europa. Es sei an der Zeit für einen «weniger emotionalisierten» Neustart der Diskussion über eine gemeinsame europäische Einlagensicherung, sagte der Chef der drittgrößten deutschen Landesbank am Dienstagabend vor Journalisten in Frankfurt. 

«Wir werden in Summe als Banken mehr Vorteile haben, auch als Sparkassen-Finanzgruppe, wenn wir uns stärker in Europa einbringen und als Europa agieren», betonte Groß. Die Nachteile, wenn man sich nicht auf eine gemeinsame Einlagensicherung einige, wögen seiner Ansicht nach deutlich schwerer als «der eine oder andere Kompromiss, den man (...) vielleicht eingehen muss», sagte der Chef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

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Seit Jahren streiten die Europäer über eine grenzübergreifende Sicherung von Kundengeldern (European deposit insurance scheme, kurz: Edis) als dritte Säule der europäischen Bankenunion neben gemeinsamer Bankenaufsicht und gemeinsamer Abwicklung von Kriseninstituten. Widerstände gibt es in Deutschland, wo es gut gefüllte Töpfe für den Notfall gibt. Sparkassen und Genossenschaftsbanken hierzulande befürchten, dass mit ihren Geldern Schieflagen von Instituten in anderen Staaten finanziert werden.

«Die Institutssicherung, die wir hier haben, ist gut: für die Sparkassen, für die Landesbanken, aber insbesondere für die Privatkunden. Wenn wir die aufrechterhalten, dann sehe ich die Möglichkeit, das einzubringen in ein System auf europäischer Ebene», sagte Groß. Er sehe keinen Anlass mehr, pauschal zu urteilen, dass Banken in anderen Ländern schlechter dastünden.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) reagierte ablehnend auf den Vorstoß aus Frankfurt: «Eine Verunsicherung von Kundinnen und Kunden durch ein System, das darauf abzielt, die zu ihrer Sicherung angesparten Finanzmittel zur Risikoabsicherung internationaler Großbanken einzusetzen, führt hier nicht weiter», erklärte eine Sprecherin des Verbandes. Die Haltung der Sparkassen-Finanzgruppe sei unverändert: «Europa hat einheitliche Regeln für die Sicherung der Einlagen der Sparerinnen und Sparer. Es braucht keine Vergemeinschaftung der hierfür jeweils bereitstehenden Mittel.»

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