Logo DieThüringer News
Nachrichten / Wirtschaft

Konjunkturschwäche belastet Kassen der Thüringer Kommunen

Konjunkturschwäche belastet Kassen der Thüringer Kommunen
Jena muss kräftigen Einbruch bei der Gewerbesteuer verkraften (Illustration) / Foto: Martin Schutt/dpa
Von: DieThüringer News
Die Gewerbesteuern sind ein wichtiger Posten in den Kassen der Kommunen. Aber die Konjunktur schwächelt. Welche Auswirkungen hat das auf die Städte und Gemeinden im Freistaat?

Die Konjunkturschwäche belastet die Kassen der Thüringer Kommunen. «Die Prognose für die Gewerbesteuereinnahmen ist zurückgeschraubt», sagte der Geschäftsführer des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes, Carsten Rieder, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der Anstieg falle längst nicht so aus, wie erwartet. Die Prognose für dieses Jahr liege nun bei Gesamteinnahmen von etwa 1,1 Milliarden Euro bei der Gewerbesteuer in Thüringen. Gedämpft seien die Erwartungen auch für das kommende Jahr.

Die Situation in den einzelnen Städten in Thüringen ist allerdings sehr unterschiedlich, ergab eine Umfrage der dpa. Danach muss die Industrie- und Universitätsstadt Jena kräftige Einbußen bei der Gewerbesteuer im zweistelligen Millionenbereich verkraften. Eisenach und Nordhausen, ebenfalls Städte mit viel Industrie, liegen dagegen etwa in ihren Planungen. «Im Moment ist die Lage in Eisenach relativ stabil», sagte Bürgermeister und Finanzdezernent Steffen Liebendörfer (CDU). 

Mehr aus dieser Kategorie

Rieder: Finanzsituation alarmierend 

Problematisch für die Städte und Gemeinden sei nicht nur, dass sich die Steuereinnahmen insgesamt verhaltener entwickeln als noch mit der Herbst-Steuerschätzung prognostiziert, sagte Rieder. «Die Krux ist, die Ausgaben steigen schneller als die Steuereinnahmen. Das schwächt die Finanzkraft der Kommunen.» Deren aktuelle Finanzsituation bezeichnete der Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes als alarmierend. 

Neben ständig steigenden Sozialausgaben würde sich auch das Verfassungsgerichtsurteil zur Anhebung der Beamtenbezüge auswirken. Es koste die Städte und Gemeinden etwa 20 Millionen Euro, sagte Rieder. Deutlich gestiegen seien die Ausgaben für Kinderbetreuung – innerhalb von fünf Jahren um etwa 220 Millionen Euro. Das Land steuere seinen Anteil bei, aber die Zahlungen aus der Landeskasse stiegen nicht so schnell wie die Kita-Ausgaben.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

DieThüringer News
Artikel von

DieThüringer News

DieThüringer News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.