Rad- und Autoverkehr sollten nach Ansicht der Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, in Thüringen gleichgestellt werden. Der Ausbau der Radinfrastruktur müsste aus ihrer Sicht genauso eine gesetzliche Pflichtaufgabe für die Kommunen sein, wie der Bau von Straßen, sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Thüringen. Bisher sei das eine freiwillige Leistung. «Wenn das Geld knapp wird, streicht man bei den freiwilligen Aufgaben, weil die Pflichtaufgaben erfüllt werden müssen», so Enders (parteilos). Sie äußerte sich am Rande der Thüringer Radverkehrskonferenz in Erfurt.
Thüringer Radfahrer vergleichsweise unzufrieden
Thüringen liegt in Umfragen des Fahrradclubs ADFC regelmäßig eher im unteren Mittelfeld, was die Zufriedenheit mit der Radinfrastruktur angeht. Der Club fordert immer wieder einen deutlichen Ausbau der Radwege.
Es brauche aber Fördermittel, die leicht abrufbar seien, und Personal, das sich etwa als Projektmanager um ein Radwegenetz kümmere, sagte Enders. Wie genau die Infrastruktur-Milliarden des Bundes letztlich in Thüringer Radwege fließen könnten, könne sie aber bisher nicht sagen.
Zuletzt hatte das Infrastrukturministerium berichtet, dass in den vergangenen vier Jahren Radwege, Radinfrastruktur und Maßnahmen für den Radverkehr in einem Umfang von rund 36,6 Millionen Euro bewilligt wurden. Künftig sollen demnach die Genehmigung und Planung solcher Projekte einfacher werden.
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