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Meistermangel im Thüringer Schornsteinfegerhandwerk erschwert Besetzung von zehn Kehrbezirken

Meistermangel im Thüringer Schornsteinfegerhandwerk erschwert Besetzung von zehn Kehrbezirken
Vor allem in Ostthüringen sind derzeit viele Kehrbezirke unbesetzt. (Symbolbild) / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB
Von: DieThüringer News
Die schwarzen Glücksbringer haben in Thüringen ein Problem: Es fehlen Meister, die einen eigenen Kehrbezirk übernehmen wollen. Dabei gibt es beim Nachwuchs inzwischen wieder positive Signale.

Dem Thüringer Schornsteinfegerhandwerk fehlen Meister. Zu wenig Gesellen legten die Meisterprüfung ab und wagten den Schritt in die Selbstständigkeit, sagte Landesinnungsobermeister Marco Beierlein der Deutschen Presse-Agentur. Das führe zu Problemen bei der Besetzung der Kehrbezirke. Im Freistaat gebe es derzeit für 10 der 199 Kehrbezirke keine bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Daher müssten diese von Kollegen aus angrenzenden Gebieten mit übernommen werden. 

Vor allem in Ostthüringen gestalte sich die Besetzung schwierig. Neben der Stadt Gera gebe es auch im Kreis Greiz, im Altenburger Land und im Saale-Orla-Kreis unbesetzte Kehrbezirke. Hinzu komme ein offener Kehrbezirk im Wartburgkreis, sagte Beierlein. Als Hauptgrund sieht er die geringe Bereitschaft, sich selbstständig zu machen. Dieses Problem sei insbesondere in Ostdeutschland ausgeprägt. In den westlichen Bundesländern gebe es deutlich mehr Meister, die einen eigenen Bezirk übernehmen wollten, sagte Beierlein.

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Selbstständigkeit schreckt viele Meister ab

Nach seinen Angaben verfügen von den rund 150 Gesellen in Thüringen schätzungsweise nur etwa zehn Prozent über eine Meisterqualifikation. Trotz Meisterprüfung entschieden sich viele gegen die Übernahme eines eigenen Bezirkes, die mit umfangreichen Verwaltungsaufgaben und einem hohen Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden sei. Dazu gehörten unter anderem Bauabnahmen von Heizungsanlagen, Feuerstättenschauen sowie die Führung und Dokumentation von Kehrbüchern.

Um mehr Nachwuchs für Führungsaufgaben zu gewinnen, werde auf finanzielle Anreize und Informationsangebote gesetzt. So erhalten laut Beierlein besonders erfolgreiche Absolventen, die ihre Meisterprüfung in der Bildungsstätte des Schornsteinfegerhandwerks im sächsischen Doberschütz ablegen, Prämien. Die Schulungs- und Ausbildungsstätte wird gemeinsam von den Innungen der Bundesländer Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern betrieben.

Mehr Azubis und Frauen für die schwarze Zunft

Zudem sollten Workshops jungen Meistern die Angst vor dem Schritt in die Selbstständigkeit nehmen, sagte Beierlein. Nach einer Gesetzesänderung könnten Betriebe außerdem Mitarbeiter mit Meisterprüfung als Vertreter einsetzen. Während es an Meistern fehle, habe die schwarze Zunft in Thüringen jedoch keine Nachwuchssorgen. Bei den Auszubildenden sei die Talsohle vor drei Jahren mit nur acht Lehrlingen durchschritten worden. Für das neue Lehrjahr gebe es doppelt so viele Azubis. 

Auch der Frauenanteil kann sich nach Einschätzung von Beierlein sehen lassen: Jedes Jahr gebe es zwischen zwei bis fünf weibliche Auszubildende. Unter den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern seien rund zehn Frauen. «Unser Beruf ist sauberer geworden», sieht der Landesinnungsobermeister einen Grund dafür.

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