Dem Thüringer Schornsteinfegerhandwerk fehlen Meister. Zu wenig Gesellen legten die Meisterprüfung ab und wagten den Schritt in die Selbstständigkeit, sagte Landesinnungsobermeister Marco Beierlein der Deutschen Presse-Agentur. Das führe zu Problemen bei der Besetzung der Kehrbezirke. Im Freistaat gebe es derzeit für 10 der 199 Kehrbezirke keine bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Daher müssten diese von Kollegen aus angrenzenden Gebieten mit übernommen werden.
Vor allem in Ostthüringen gestalte sich die Besetzung schwierig. Neben der Stadt Gera gebe es auch im Kreis Greiz, im Altenburger Land und im Saale-Orla-Kreis unbesetzte Kehrbezirke. Hinzu komme ein offener Kehrbezirk im Wartburgkreis, sagte Beierlein. Als Hauptgrund sieht er die geringe Bereitschaft, sich selbstständig zu machen. Dieses Problem sei insbesondere in Ostdeutschland ausgeprägt. In den westlichen Bundesländern gebe es deutlich mehr Meister, die einen eigenen Bezirk übernehmen wollten, sagte Beierlein.