Die Zahl der Thüringer, die Strom auf Dach oder Balkon produzieren, ist sprunghaft gestiegen. War es im vergangenen Jahres ein Plus von knapp 24.000 auf fast 69.000 Solaranlagen im Freistaat, so erhöhte sich ihre Zahl nach Angaben des Thüringer Energieministeriums bis Anfang Oktober auf gut 93.000. Darunter seien sehr viele kleine sogenannte Balkonkraftwerke, sagte ein Ministeriumssprecher. Aber es seien auch viele größere Anlagen nicht nur von privaten Haushalten, sondern auch Investoren installiert worden. Nach einer Prognose der Thüringer Energieagentur könnten es bis Jahresende rund 100.000 Photovoltaikanlagen (PV) im Freistaat werden.
Minister: Bedingungen für PV-Anlagen verbessert
«Balkonsolaranlagen sind erschwinglich, einfach zu installieren und ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Stromernte», erklärte der geschäftsführende Energieminister Bernhard Stengele.
«Kein Wunder, dass das viele Menschen anspricht, zumal die Rahmenbedingungen für Installation und Nutzung vom Gesetzgeber bewusst vereinfacht wurden. Und es zeigt sich eben auch: Die Versorgungsengpässe und steigenden Preise bei den Importen von fossilen Energieträgern, die durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöst wurden, haben viele Investitionsentscheidungen für eine eigene Solaranlage beschleunigt», äußerte der Grünen-Politiker. Für eine eigenständige und saubere Stromproduktion in Thüringen spielten Solarenergie und Windenergie eine zentrale Rolle.
Stengele verwies auf das Internet-Angebot der Thüringer Energieagentur für einen Solarrechner. Interessenten könnten sich anzeigen lassen, ob das Dach ihrer Immobilie für genug Energieausbeute sorge und wie schnell sich eine mögliche Investition rechnen könnte.
Laut Energieagentur waren Mitte dieses Jahres regional betrachtet die meisten Solaranlagen im Wartburgkreis installiert - mehr als 7.000, gefolgt vom Eichsfeld mit fast 6.000. Bei den kreisfreien Städten rangiert die Landeshauptstadt Erfurt mit rund 4.600 Solaranlagen vor Jena mit etwa 2.300. Schusslicht unter den Kreisen war Sonneberg mit knapp 2.000 PV-Anlagen.
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