In der Thüringer Bauwirtschaft soll es nach Verbandsangaben trotz anhaltender Wohnungsbaukrise keinen nennenswerten Stellenabbau geben. «Die Beschäftigtenzahl ist mit etwa 25.000 weitgehend stabil im Bauhauptgewerbe», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen, Burkhard Siebert, bei einem Branchentreffen auf Schloss Ettersburg bei Weimar. Nach wie vor seien Berufsnachwuchs im gewerblichen und akademischen Bereich sowie Fachkräfte gefragt.
Manchmal Ausschreibungen gestoppt
Problematischer sei die Investitionsfähigkeit vieler Kommunen - dort fehle oft das Geld für Schulbauvorhaben oder Straßen. «Manchmal werden sogar Ausschreibungen aufgehoben, weil die Projekte einer Kommune zu teuer sind.» Eine gute Infrastruktur und bezahlbarer Wohnraum seien entscheidend für die Aufstellung Thüringens als attraktiver Standort – für die Bürger genauso wie für die Wirtschaft, erklärte die CDU-Landtagsfraktion. «Deshalb ist es für den Erfolg der neuen Landesregierung von größter Bedeutung, dass Investitionen ermöglicht, bürokratische Hürden abgebaut und der Wohnungsbau gezielt gefördert werden.»
Krise im Wohnungsbau
Laut Siebert wird Thüringen keinen schnellen Aufschwung im Wohnungsbau erleben. «2025 sehen wir keine Trendwende. Wir kommen im Wohnungsbau von einem sehr, sehr niedrigen Niveau», sagte er. Grund seien vor allem die immer noch hohen Kreditzinsen sowie vergleichsweise hohe Materialkosten.
Investoren würden sich vor neuen Projekten scheuen, weil die Kosten pro Quadratmeter zwischen 3.800 und 4.200 Euro lägen. «Das würde hohe Mieten nach sich ziehen.» Trotz des hohen Bedarfs an Wohnungen und den vorhandenen Baukapazitäten werde der Wohnungsbau nach der Prognose nicht schnell wieder anspringen.