Auf bis zu 4.000 Jobs durch Zalando hatte die Thüringer Landespolitik einst gehofft. Nun plant der Berliner Moderhändler so schnell aus Erfurt zu verschwinden, wie er vor rund vierzehn Jahren gekommen ist. In einem Dreivierteljahr soll Schluss sein für die rund 2.700 Beschäftigten. Landespolitik, Kommune und Gewerkschaften wurden davon kalt erwischt. Es hatte offenbar keinerlei Warnsignale gegeben.
«Dass wir hier vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind, ist absolut unüblich und ganz sicher kein guter Stil», so Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU). Es ist ein weiterer harter Schlag in einer Reihe von wirtschaftlichen Rückschlägen für den Osten Deutschlands: Das Aus für die geplante milliardenschwere Intel-Chipfabrik in Magdeburg, das Aus bei Dow Chemical im mitteldeutschen Chemiedreieck, der Niedergang der Solarindustrie im «Solar Valley», die Schließung der einst als Vorzeigefabrik gebauten gläsernen VW-Manufaktur in Dresden.