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Ehemaliger DDR-Führungsbunker bei Freudenberg sollte im Kriegsfall Kommunikation sichern

Ehemaliger DDR-Führungsbunker bei Freudenberg sollte im Kriegsfall Kommunikation sichern
Unmengen an Technik wurden in dem Bunker installiert. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa
Im Kriegsfall hätte das DDR-Innenministerium von einem Bunker in Brandenburg aus weiterarbeiten sollen. Wie hätte das funktioniert? Ein Organisator der Führungen erklärt, was damals geplant war.

Hohe Metallgestelle voller Kabel und Drähte, manche hängen lose herab. Auf dem Boden liegen Teile der Technik. Im ehemaligen DDR-Führungsbunker bei Freudenberg (Landkreis Märkisch-Oderland) sollte im Kriegsfall das öffentliche Leben weiter organisiert werden. Dafür gab es rund 400 Telefonleitungen, über die das Innenministerium mit Behörden und Sicherheitskräften in Verbindung bleiben wollte.

Was wäre passiert, wenn 1987 tatsächlich ein Krieg ausgebrochen wäre? Innenminister Friedrich Dickel wäre mit seinem Stab, Technikern und Versorgungskräften in die Anlage gekommen, erklärt Hans-Jürgen Herget, einer der Organisatoren der Führungen. Alle hätten ihre Arbeitsplätze eingenommen und versucht, «das öffentliche Leben so weit wie irgend möglich zu organisieren und aufrechtzuerhalten».

Gerade öffnete die Anlage ausnahmsweise ihre Pforten für Besucher. Die Bunkerteile sind durch Tunnel verbunden. Einen regelmäßigen Museumsbetrieb in den drei unterirdischen Bunkerteilen gibt es nicht. 

Nachrichten statt Kampfhandlungen mit eigenem Sendestudio

«Das war ja kein Kampfbunker oder eine Kampfeinheit, sondern das war ein Nachrichtenbunker», sagt Herget. Hier hätten Informationen eintreffen und Anweisungen hinausgehen sollen. Der Innenminister hätte jedoch weder der Nationalen Volksarmee noch dem Ministerium für Staatssicherheit Befehle erteilen können. Er sei nur für seine eigenen Einheiten zuständig gewesen.

Welche Befehle wären zuerst ergangen? Nach Hergets Einschätzung wären zunächst Kampfgruppen zum Schutz von Betrieben und Behörden alarmiert worden. Die Feuerwehr hätte sich auf die Folgen möglicher Angriffe vorbereiten müssen. Nach Bombenangriffen wäre es darum gegangen, Verletzte zu versorgen und Lebensmittel an die Bevölkerung zu verteilen. Dabei stützt sich Herget auf seine eigene militärische Erfahrung. Welche Entscheidungen Dickel tatsächlich getroffen hätte, ist laut Herget aber nicht bekannt.

Auch die Bevölkerung hätte Anweisungen aus dem Bunker erhalten können. In dem Bunker gab es ein eigenes Studio mit festen Leitungen zum DDR-Rundfunk und -Fernsehen. Von dort hätte man die Menschen im Kriegsfall informieren können, «was zu tun oder zu lassen ist». Wären Telefonleitungen beschädigt worden, hätten die Mitarbeiter andere Verbindungen oder auch Funk nutzen können. Ob die Kommunikation bei einem tatsächlichen Krieg funktioniert hätte, ist in der Rückschau schwer zu beantworten.

Der Ernstfall mit 200 Menschen wurde im Bunker nie geprobt

Rund 200 Menschen hätten im Kriegsfall im Bunker gearbeitet, darunter Offiziere, Techniker und Versorgungskräfte. Weitere etwa 200 Mitarbeiter wären laut Herget außerhalb der Anlage für Bewachung, Nachschub und Logistik zuständig gewesen.

Bei zwei Übungen sei die Technik getestet worden, nicht aber ein richtiger Kriegsfall. Dabei habe man überprüft, ob die Verbindungen funktionierten und die Besatzung mit der Situation zurechtkam. «Halten die Leute das im Bunker überhaupt aus von der psychischen Belastung her?», beschreibt Herget eine der Fragen.

Auch der Schutz hatte Grenzen: Einem direkten Atomwaffentreffer hätte die Anlage wohl nicht standgehalten. Der wirkliche Ernstfall trat nie ein. Ob das Innenministerium von hier aus seine Aufgaben im Krieg hätte erfüllen können, lässt sich deshalb nicht sagen.

Der Bunker öffnet üblicherweise zweimal im Jahr für Besucher. Wann die nächsten öffentlichen Führungen stattfinden, steht den Angaben zufolge noch nicht fest. Sonderführungen können nach vorheriger Vereinbarung angefragt werden.

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