Der Borkenkäfer kann riesige Schäden in Fichtenwäldern anrichten. Das gelingt unter anderem, weil er die Abwehrstoffe der Bäume umwandelt. Die Produkte schützen ihn dann vor Krankheitserregern, die Borkenkäfer befallen. Wie das funktioniert und umgangen wird, hat ein Team um Ruo Sun und Jonathan Gershenzon vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena analysiert.
Zur Abwehr von schädlichen Pilzen produzieren die Fichten Verbindungen, sogenannte phenolische Glykoside. Besonders hoch sind sie in derjenigen Rindenschicht konzentriert, die die Borkenkäfer besiedeln. Diese Schicht transportiert vor allem Zucker von den Blättern in die Wurzeln.
Einer der bekanntesten Borkenkäfer ist der Buchdrucker, lateinisch auch Ips typographus genannt, der vor allem Fichten befällt und immense Schäden anrichtet. Dieser Käfer nimmt die Abwehrstoffe der Fichten auf und wandelt sie in noch stärkere Bekämpfungsmittel gegen Krankheitserreger um, wie das Team im Journal «Proceedings» der US-nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») beschreibt. «Wir hatten nicht erwartet, dass die Käfer die Abwehrstoffe der Fichte so gezielt in noch giftigere Derivate umwandeln können», sagte Erstautorin Ruo Sun.