Mit einer Gedenkstele erinnert Erfurt nun an den Buchenwald-Überlebenden Gert Schramm (1928-2016). Die Stele sei ein Zeichen, dass man gegen Rassismus und Faschismus vorgehen sollte, sagte Schramms Sohn, Bernd Schramm. Er war für die Einweihung am zehnten Todestag seines Vaters nach Erfurt gekommen. Schramm bedankte sich für die Bemühungen um das Erinnern an seinen Vater und erklärte, er wolle diese als Anlass nehmen zum Gedenken an alle Ermordeten und Überlebenden des Nazi-Terrors. «Es sollte auch eine Warnung sein, dass es sowas nie wieder gibt», betonte er.
Vater nie kennengelernt
Schramms Vater, den dieser nie kennengelernt hatte, war zwischenzeitlich im Krieg zurück nach Erfurt gekommen, in der Absicht, Schramms Mutter zu heiraten. Doch die Nazis deportierten ihn nach Auschwitz, wo er umgebracht wurde. «Ihm wurde die Chance genommen, seinem Vater noch einmal zu begegnen», fasste Annegret Schüle die besondere Tragik der Biografie an der Stelle zusammen. Schüle ist Leiterin des für die Stelen-Gestaltung verantwortlichen Erinnerungsorts Topf & Söhne.
Nach der Befreiung Buchenwalds am 11. April 1945 ging Schramm zunächst zurück nach Langensalza. Danach folgten Stationen in West- und Ostdeutschland. Im vergriffenen Buch «Wer hat Angst vorm schwarzen Mann. Mein Leben in Deutschland» hielt er seine Geschichte fest.
Als Zeitzeuge berichtete er etwa in Schulen von seinem Schicksal. Zuletzt lebte er in Eberswalde in Brandenburg. Für sein Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.