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Internationale Wartburg-Fans treffen sich zum 60. Geburtstag in Eisenach

Internationale Wartburg-Fans treffen sich zum 60. Geburtstag in Eisenach
Hunderte Wartburgfahrer werden in Eisenach beim Heimweh-Treffen erwartet (Archivbild). / Foto: picture alliance / Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
Von: DieThüringer News
Der DDR-Oldtimer Wartburg hat eine internationale Fan-Gemeinde - er wurde anders als der Trabant in großen Stückzahlen exportiert. Beim Heimweh-Treffen am Wochenende in Eisenach sind Oldies zu sehen.

Zum Geburtstag eines DDR-Oldtimers reisen Fans auch aus Norwegen, Ungarn, Polen oder den Niederlanden an: Beim internationalen Heimweh-Treffen in Eisenach werden hunderte Wartburg-Liebhaber aus dem In- und Ausland dabei sein. Mindestens 450 der in der DDR gebauten Autos würden von Freitag bis Montag erwartet, sagte Enrico Martin, Direktor der Stiftung Automobile Welt Eisenach und einer der Organisatoren des jährlichen Events. In der Stadt, in der das Auto einst produziert wurde, soll in diesem Jahr ein besonders Jubiläum gefeiert werden - 60 Jahre Wartburg 353.

«Der 353 ist richtig um die Welt gegangen», sagte Martin. Im Gegensatz zum Trabant aus dem sächsischen Zwickau, der vor allem für den DDR-Markt gebaut wurde, sei im Automobilwerk Eisenach ein großer Teil der Produktion in den Export gegangen - in insgesamt 52 Länder. 

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Ob Lada, Trabi oder Wartburg: DDR-Bürger mussten jahrelang auf den fahrbaren Untersatz warten - bis zu 15 Jahre ab Bestellung. Alle Autos wurden deshalb von ihren Besitzern verehrt und penibel gepflegt. In der Schrottpresse landeten nur wenige DDR-Fahrzeuge. Der Wartburg, der ab 1956 produziert wurde, war das Mittelklasse-Pendant zum Trabant. Er wurde auch als «Warte-Burg» bezeichnet. Ab 1988 hatte er nicht mehr den knatternden Zweitaktmotor, sondern war ein Viertakter.

Ausfahrt und Hupkonzert beim Wartburg-Treffen

Vom Wartburg 353 seien von 1966 bis 1988 rund 1,2 Millionen Autos gebaut worden, so Jessica Lindner-Elsner, wissenschaftliche Leiterin des Eisenacher Automobilmuseums. Insgesamt wurden nach ihren Angaben rund zwei Millionen Wartburg gebaut, darunter in den 1950er und 1960er Jahren der elegante 311. Dies war der erste Typ. 

Bis 1990 arbeiteten im Automobilwerk Eisenach laut Lindner-Elsner etwa 10.000 Menschen. Am 10. April 1991 kam der Produktionsstopp. Der letzte Wartburg, mit roter Lackierung und Trauerflor, rollte vom Fließband - und direkt ins Museum. 

Inzwischen haben alle Wartburg, die noch auf den Straßen unterwegs sind, den Oldtimerstatus und eine stabile Fangemeinde im In- und Ausland. Zum Programm des internationalen Wartburg-Treffens «Heimweh» gehört traditionell eine gemeinsame Ausfahrt am Sonntag in die Region um Eisenach sowie eine Abschlusskundgebung mit Hupkonzert am Montag. Es seien alle je gebauten Modelle zu sehen, so Martin. 

35 Jahre nach Einstellung der Produktion sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg noch mehr als 9.000 Autos der DDR-Marke Wartburg unterwegs - vor allem in Ostdeutschland. Auch wenn der Wartburg damit eher eine Rarität ist, sei die Ersatzteilversorgung stabil, sagte Martin. Nach seiner Schätzung kommen in den nächsten Jahren wieder mehr gut restaurierte DDR-Oldtimer auf den Markt, weil ihre Besitzer sich aus Altergründen von ihnen trennen.

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