Keltischer Münzschatz in Thüringen entdeckt
Ein über 2.000 Jahre alter keltischer Münzschatz ist bei archäologischen Untersuchungen im Ilm-Kreis entdeckt worden. Elf Silbermünzen aus der Zeit der Kelten wurden am Singer Berg nordöstlich von Singen gefunden. «Das ist der bislang umfangreichste keltische Schatzfund dieser Zeitstellung in Thüringen», sagte Gebietsreferent Andreas Hummel vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA/Weimar). Bei den Münzen handelt es sich um sogenannte Quinare aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. «In ganz Thüringen waren bislang lediglich etwa 80 Exemplare dieses Münztyps bekannt», sagte Hummel. Die Prägewerkstatt der Münzen wird nach Angaben der Archäologen im nordwestlich gelegenen Gothaer Land vermutet. Die Münzen wurden bereits im Juli und August 2025 bei archäologischen Untersuchungen im Zuge des Baus eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf dem ehemaligen Sportplatz am Singer Berg entdeckt. Grabungsleiter Ronny Krause hatte damals mehrere der Münzen geborgen. Gezielte Nachuntersuchungen im August dieses Jahres bestätigten nun, dass die insgesamt elf Münzen ursprünglich zusammen verborgen wurden und einen sogenannten geschlossenen Fund bilden. Mit der systematischen Erfassung von Funden gleicher Zeitstellung und Kulturzugehörigkeit können Archäologen Rückschlüsse auf damalige Handelswege und Produktionszentren ziehen. Der Fund ist auch wegen seiner geografischen Lage von besonderer Bedeutung. Singen bildet eine räumliche Verbindung zu zahlreichen keltischen Fundplätzen in Südthüringen. Dazu zählt unter anderem die Steinsburg auf dem Kleinen Gleichberg bei Römhild im Landkreis Hildburghausen, eine bedeutende keltische Siedlung mit verschiedenen Handwerksstätten. Neben dem keltischen Schatz wurden bei den Untersuchungen weitere archäologische Funde gemacht. Dazu gehören eine römische Münze, ein Denar aus dem Zeitraum zwischen 164 und 169 nach Christus, sowie eine frühmittelalterliche rot-gelbe Glasperle. Außerdem kamen ein eisernes Messerfragment unbekannter Zeitstellung, eine einseitig geprägte und gefaltete Silbermünze aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und ein preußischer Uniformknopf aus dem 19. oder 20. Jahrhundert zutage. Die genaue Dokumentation der Fundlage spielte bei der Einordnung eine entscheidende Rolle. Erst anhand der räumlichen Zusammenhänge konnte festgestellt werden, dass die elf keltischen Münzen einen gemeinsamen Schatzfund bilden und nicht mit den übrigen Funden in Zusammenhang stehen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenNur wenige Münzen dieser Art bekannt
Schatz ist ein geschlossener Fund
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