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Mit Technologie aus Jena das Weltall erkunden

Mit Technologie aus Jena das Weltall erkunden
Ende August startete das Teleskop mit einer Rakete ins All. (Archivbild) / Foto: John Raoux/AP/dpa
Das «Nancy Grace Roman Space Telescope» soll Panoramaaufnahmen liefern und Exoplaneten erkunden. An dem Weltraumteleskop sind auch Sternsensoren aus Jena verbaut.

Es soll Erkenntnisse über Exoplaneten und dunkle Materie liefern: das «Nancy Grace Roman Space Telescope». Seit ein paar Wochen ist das neue Weltraumteleskop im All. Mit dabei: Technik aus Thüringen. Denn an dem Teleskop sind Sternsensoren von Jena-Optronik verbaut, wie es von dem auf Weltraumtechnik spezialisierten Unternehmen aus Jena heißt.

«Ein Sternsensor ist ein optisches Messinstrument, das die Position von Sternen fotografiert und auswertet», erklärte Sabine Ludwig, Projektleiterin Sternsensoren für das Teleskop bei Jena-Optronik. Gebraucht wird er zur Orientierung. «Damit kann die genaue Ausrichtung oder Lage von Satelliten und Raumfahrzeugen im Weltall bestimmt werden». 

Im Sternsensor befindet sich unter anderem ein Sternkatalog, welcher eine Orientierung in beliebiger Richtung im All ermöglicht. «Das ist ein Katalog von den hellsten Sternen, die nach speziellen Kriterien ausgewertet wurden. Durch den Abgleich der aufgenommenen Bilder mit diesem Sternkatalog kann man auf die genaue Lage des Satelliten schließen», erläuterte die Diplomphysikerin. 

Mission startete Ende August

Das Unternehmen aus Jena hat eine lange Tradition bei der Produktion von Systemen zur Lageregulierung von Satelliten, aber auch Raumschiffen. Diese geht bis in die DDR-Zeit zurück. Stern- sowie Rendezvous- und Dockingsensoren aus Jena waren bereits bei einer Vielzahl von Weltraummissionen dabei. 

Im Juni 2022 lieferten sie die drei Sternsensoren zusammen mit Testsystemen an die US-Raumfahrtbehörde Nasa zum Goddard Space Flight Center in Maryland, wo das Teleskop zusammengebaut wurde. Benannt ist das «Nancy Grace Roman Space Telescope» nach einer der ersten Frauen in leitender Position bei der Nasa. Am 30. August begann die Mission dann mit dem Start im US-Bundesstaat Florida. 

Mit dabei war auch Sabine Ludwig. «Wir standen auf einem Balkon des Kennedy Space Flight Center unweit der Startrampe und konnten live den Start des Roman-Teleskops verfolgen», erzählte sie. «Das war wirklich eine absolut einmalige, außergewöhnliche Geschichte.»

«Roman wird unser Verständnis des Universums revolutionieren»

Das Vorgängerteleskop «Hubble» startete 1990. «Roman» ist demnach deutlich schneller und leistungsstärker: Für Beobachtungen, die es in einem Monat durchführen kann, würde «Hubble» nach Angaben von Nasa-Wissenschaftlern ein Jahrhundert brauchen.

Das «Roman»-Teleskop werde sich in einem stabilen Orbit um den sogenannten Lagrange-Punkt 2 positionieren, so Ludwig. Dort könne es dann riesige Panoramaaufnahmen machen und Himmelsbereiche in wenigen Monaten kartographieren. Das Gesichtsfeld sei 100-mal größer als das von «Hubble». 

«Roman wird unser Verständnis des Universums revolutionieren», sagte Ludwig. So steuere «Hubble» einzelne Galaxien und Nebel an, um sie im Detail zu studieren. «Das Roman-Teleskop macht hochauflösende Großformataufnahmen, um statistische Daten zu dunkler Energie, dunkler Materie und Exoplaneten zu sammeln. Das ist eine neue Dimension der Methodik der Weltraumerforschung.»

Mission auf fünf Jahre angelegt

Die Missionsdauer ist zunächst auf fünf Jahre ausgelegt, könne aber bis auf zehn Jahre verlängert werden. «Das Teleskop ist dort in einem sehr stabilen Orbit, in welchem es auch wenig Energie verbraucht und diese aus der Sonne über Solarpaneele erhält», erklärte Ludwig. Anfang 2027 werden die ersten Bilder des Teleskops erwartet.

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