Gemeinsam mit KZ-Überlebenden haben mehrere hundert Menschen an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora vor 80 Jahren gedacht. Nach einem Gedenkakt im benachbarten Weimar mit einer Rede von Altbundespräsident Christian Wulff wurden am Nachmittag auf dem ehemaligen Appellplatz des Lagers Buchenwald Kränze niedergelegt. Dort kam es auch zu einem Eklat um das Wort «Genozid».
Überlebender Naftali Fürst: Bleibt Mensch
Zuvor sprach dort der 92-jährige Naftali Fürst, Überlebender der KZ Auschwitz und Buchenwald. Er beschrieb in seiner auf Hebräisch gehaltenen und auf Deutsch übersetzten Rede ein tägliches Bild, das sich ihm im KZ Buchenwald eingebrannt habe: von Häftlingen geschobene Karren, beladen mit aus den Baracken gesammelten Leichen, die ins Krematorium gebracht wurden.
«Wir sind nur noch sehr wenige, bald werden wir Ihnen endgültig den Stab der Erinnerung weitergeben und damit verleihen wir Ihnen eine historische Verantwortung», sagte Fürst den Zuhörenden. Er appellierte: «Bleibt - jede, jeder von euch - ein Mensch.» Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hatte Naftali am Samstagabend mit dem Thüringer Verdienstorden ausgezeichnet.