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Flaute bei Azubis in Thüringen - nur im Handwerk nicht

Flaute bei Azubis in Thüringen - nur im Handwerk nicht
Viele Firmen in Thüringen ohne Berufsnachwuchs. (Symbolbild) / Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn
Von: DieThüringer News
Es fehlt an Berufsnachwuchs in Thüringen, obwohl die Zahl der Lehrstellen sinkt. Die Entwicklung betrifft fast alle Bereiche. Nur das Handwerk macht eine Ausnahme. Warum?

Viele Betriebe in Thüringen bleiben in diesem Jahr ohne Berufsnachwuchs. Nach dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind exakt noch 2.383 Lehrstellen im Freistaat ohne Bewerber, wie die Regionaldirektion der Landesarbeitsagentur in Wachstedt im Eichsfeld mitteilte. Damit setzte sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort - nur das Handwerk macht eine Ausnahme - dort steigt die Zahl der Auszubildenden seit einigen Jahren moderat an.

«Viele Betriebe suchen auch im September noch händeringend nach Azubis», heißt es bei den Arbeitsagenturen. Ob sie Chancen bei den 1.524 Jugendlichen haben, die noch als Lehrstellenbewerber gelten, ist offen. In den vergangenen Jahren klafften Angebot und Nachfrage bei den verschiedenen Ausbildungsberufen oft auseinander.

Weniger Lehrstellen im Angebot

Besonders groß ist das Lehrstellenangebot nach Angaben der Regionaldirektion derzeit noch bei Verkäufern im Einzelhandel, in der Lagerwirtschaft sowie bei Zerspanungsmechanikern, die vor allem in der Metallindustrie gebraucht werden.

Nach den Angaben gab es in diesem Jahr knapp ein Prozent weniger Lehrstellenbewerber. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen sank gleichzeitig um 11,1 Prozent. Trotzdem blieb eine große Zahl an Ausbildungsplätzen unbesetzt.

Positiver zeigt sich die Entwicklung im Thüringen Handwerk, das mit etwa 28.000 Betrieben und 140.000 Beschäftigten zu den großen Branchen und Arbeitgebern in Thüringen gehört. Seit 2022 verzeichnete das Handwerk laut Regionaldirektion einen Anstieg bei den Auszubildenden um sechs Prozent auf insgesamt 10.129. Die Betriebe würden «mit Nachdruck in ihre zukünftige Fachkräftesicherung investieren». Eine zunehmende Rolle spielten ausländische Lehrlinge, deren Zahl seit 2022 von 587 auf 907 gestiegen sei.

Reinschnuppern mit Praktikumsprämie

Handwerksbetriebe halten inzwischen frühzeitig Ausschau nach Nachwuchs und bieten Praktika an, damit sich Schüler ausprobieren können. Sie können dafür die staatliche Praktikumsprämie nutzen. Allein in den Sommerferien absolvierten laut Handwerkstag 164 Mädchen und Jungen 344 Praktikumswochen in den Betrieben. Auch in den Herbstferien seien Praktika bei Handwerkern möglich - erste Anmeldungen lägen vor.

Die Praktikumsprämie, die aus der Landeskasse kommt, beträgt 120 Euro pro Woche. Insgesamt absolvierten seit Jahresbeginn 280 Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren Praktikumswochen. «Die Praktikumsprämie bringt Jugendliche und Betriebe zusammen und schafft einen unkomplizierten Zugang zum Handwerk. Ein Praktikum kann dabei der erste wichtige Schritt in Richtung Ausbildung und zu einer beruflichen Zukunft im Handwerk sein», sagte der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstags, Thomas Malcherek, der Deutschen Presse-Agentur. Die Karrierechancen im Handwerk seien gut. In den nächsten Jahren werde für viele Betriebe ein neuer Chef gesucht.

Ohne Ausbildung höheres Jobrisiko

«Für den Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt ist es noch längst nicht zu spät. Wir sehen nach wie vor eine hohe Dynamik», erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Er forderte Arbeitgeber auf, auf Wünsche zu reagieren. «Finanzielle Hilfen bei der Mobilität, flexible Arbeitszeiten und eine klare Übernahmeperspektive sind heute entscheidende Argumente der Generation Z bei der Berufswahl.»

Die Arbeitslosenquote von Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung betrug 2025 in Thüringen 28,2 Prozent, während sie bei Menschen mit Berufsabschluss bei 4,3 Prozent lag. Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung verdienten im Durchschnitt rund 640 Euro monatlich mehr, als Menschen ohne Ausbildung, so die Regionaldirektion.

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