56,9 Prozent der Studienanfänger aus Thüringen beginnen ihr Studium im Land
Wer in Thüringen die Hochschulreife erwirbt, bleibt zum Studium zum überwiegenden Teil auch im Land. Im vergangenen Wintersemester begannen 56,9 Prozent der Studienanfänger ihr Studium an einer Hochschule in Thüringen. Das teilte das Statistische Bundesamt zum Start des neuen Wintersemesters mit. Thüringen liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt: Bundesweit nahmen 69 Prozent ihr Studium in dem Bundesland auf, in dem sie den Abschluss gemacht hatten, der zum Studieren berechtigt - also meist Abitur oder Fachabitur. Beliebt waren bei Thüringer Studienanfängerinnen und -anfängern auch Sachsen (11,4 Prozent) und Bayern (8,3 Prozent). Auf die übrigen Bundesländer entfielen jeweils weniger als fünf Prozent. Betrachtet man die Herkunft der Studierenden in Thüringen, zeigt sich der Effekt der Internationalen Hochschule, die im Freistaat ihren Hauptsitz hat. Die IU ist gemessen an der Studierendenzahl die größte Hochschule Deutschlands. Die IU bietet vor allem Fernstudiengänge an - Studienanfängerinnen und -anfänger aus anderen Bundesländern müssen dafür nicht nach Thüringen ziehen. Das schlägt sich in den Zahlen nieder, wie das Bundesamt mitteilt: In dem Bundesland gab es mit 33,9 Prozent einen vergleichsweise geringen Anteil an Erstsemestern mit Hochschulzugangsberechtigung aus dem eigenen Land und einen großen Anteil aus anderen Ländern. Weitere 14,2 Prozent der Studienanfänger kamen aus Nordrhein-Westfalen, 7,6 Prozent aus Sachsen und Baden-Württemberg. 7,1 Prozent kamen aus Bayern und 7,0 Prozent Niedersachsen. Auch aus den anderen Bundesländern zog es junge Menschen nach Thüringen, die Zahlen bewegen sich jeweils im Bereich unter fünf Prozent. Je vielfältiger das Studienangebot innerhalb eines Bundeslandes sei, desto mehr junge Menschen bleiben zum Studieren dort, hieß es von den Statistikern. Im bevölkerungsreichen NRW mit seinen vielen Hochschulstandorten sei der Anteil mit 82 Prozent besonders hoch. In Brandenburg lag er dagegen bei nur 33 Prozent. Fast ebenso viele Studienanfänger mit Hochschulreife aus Brandenburg gingen zum Studieren nach Berlin (32 Prozent). Die Auswertung berücksichtigt ausschließlich Studienanfänger, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenGroße Fern-Uni beeinflusst Zahlen in Thüringen
Studienangebot als Grund zu bleiben