Im vergangenen Schuljahr hat jeder zehnte Thüringer Schüler seine Schullaufbahn ohne offiziellen Abschluss beendet. Das geht aus Zahlen des Thüringer Bildungsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Demnach verließen 1856 junge Erwachsene die Schule ohne Abschluss, dies waren 10,1 Prozent aller Schulabgänger.
Das Bildungsministerium wies darauf hin, dass die Zahlen auch jene Schüler enthalten, die an Förderschulen Bildungsgänge zur Lernförderung und zur individuellen Lebensbewältigung absolviert und auch ein entsprechendes Zertifikat erhalten haben. Diese sind aber nach den Regeln der Kultusministerkonferenz (KMK) keine anerkannten Schulabschlüsse. Würde man diese Schüler in der Statistik abziehen, läge der Anteil von Schülern ohne Abschluss bei 6,9 Prozent.
Der trotzdem hohe Anteil spiegelt nach Einschätzung des Ministeriums die Krisen der vergangenen Jahre wider. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie seien weiter präsent. Außerdem gebe es Herausforderungen durch Migration und den weiter bestehenden Lehrermangel, erklärte ein Sprecher. Die oppositionelle CDU warf der rot-rot-grünen Landesregierung bildungspolitisches Versagen vor. Dies «kostet jetzt unsere Kinder Lebenschancen», wurden CDU-Landeschef Mario Voigt und der Bildungsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Christian Tischner, am Donnerstag von einem Parteisprecher zitiert.