In der Diskussion um die Teilnahme russischer und belarussischer Vertreter an Veranstaltungen zum Weltkriegsgedenken spricht sich die Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa dafür aus, offizielle Vertreter beider Länder auszuschließen. Der Schritt sei überfällig, sagte die Historikerin der dpa. Russland missbrauche die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bereits seit Jahren zur Pflege eines «aggressiven Kriegsmythos», so Scherbakowa.
«Und ich glaube, dass unsere offiziellen Vertreter Russlands also wirklich nichts zu tun haben mit der Trauer und der Erinnerung an unglaublich viele Opfer.» Stattdessen seien sie vor allem Vertreter eines Regimes, das einen Angriffskrieg begonnen habe. Scherbakowa lebt seit 2022 im Exil in Deutschland - zunächst in Weimar und mittlerweile in Berlin. Sie ist Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial, die 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.