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Fast 50.000 Arzttermine über KV-Servicestelle vermittelt

Für viele Kassenpatienten ist die Terminservicestelle die einzige Möglichkeit, rasch an einen Facharzttermin zu kommen. (Symbolbild) / Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa
Für viele Kassenpatienten ist die Terminservicestelle die einzige Möglichkeit, rasch an einen Facharzttermin zu kommen. (Symbolbild) / Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Einen Termin beim Augenarzt, Hautarzt oder Psychotherapeuten zu ergattern, ist für Kassenpatienten auch in Thüringen oft mit viel Geduld verbunden. Die Terminservicestelle soll helfen.

Die Zahl der Arzttermine, die über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung an gesetzlich Krankenversicherte in Thüringen vermittelt werden, ist 2025 auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Fast 50.000 Termine wurden von Patienten gebucht, etwa 6.000 mehr als 2024, wie die Kassenärztliche Vereinigung auf Anfrage mitteilte. Die Terminservicestellen, die unter der zentralen Telefonnummer 116 117 erreichbar sind, gibt es bundesweit seit 2016. Sie waren eingeführt worden, um die schon damals oft wochen-, teils monatelangen Wartezeiten auf Facharzttermine für Kassenpatienten zu verkürzen.

Thüringer Arztpraxen hatten im vergangenen Jahr rund 74.000 Termine für die Vermittlung zur Verfügung gestellt, die letztlich nicht alle vergeben wurden – auch nicht bei besonders stark nachgefragten Facharztgruppen wie Psychotherapeuten, Augenärzten, Frauenärzten, Hautärzten, Orthopäden und Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialisten).

Kein Anspruch auf Wunsch-Arzt

Bei der Servicestelle haben die Patienten keinen Anspruch auf einen Wunsch-Arzt. Sie werden an Mediziner vermittelt, die innerhalb von vier Wochen einen Termin frei haben. In Thüringen bekamen laut KV im vergangenen Jahr fast drei Viertel der vermittelten Patienten innerhalb einer Woche einen Arzttermin.

Fachärzte erhalten für die Behandlung vermittelter Patienten bislang Honorarzuschläge, wenn ein Dringlichkeitscode auf der Überweisung steht. Die Höhe der Zuschläge hängt davon ab, wie schnell der Termin nach der Kontaktaufnahme mit der Praxis vergeben wurde. Diese Sondervergütungen stehen im Zusammenhang mit dem Spargesetz der Bundesregierung für die gesetzliche Krankenversicherung auf dem Prüfstand. 

Diskussion um finanzielle Anreize für Ärzte

Die KV Thüringen hat bereits vor einer Streichung gewarnt. Die finanziellen Anreize für die Ärzte hätten zu einem Ausbau des Terminangebots geführt. Ein möglicher Wegfall gehe zu Lasten der Patienten, da die Zahl der kurzfristig verfügbaren Termine damit knapper werde.

Der Bundesrechnungshof hatte kürzlich moniert, dass sich die Wartezeit für gesetzlich versicherte Patienten in Deutschland zwischen 2019 und 2025 verlängert habe - von 33 auf 42 Tage. Zur Länge der Wartezeiten in Thüringen jenseits der Vermittlung durch die Terminservicestelle hat die KV nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse.

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