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Weniger Arzttermine in Thüringen wegen Sparplänen erwartet

Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild) / Foto: Daniel Karmann/dpa
Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild) / Foto: Daniel Karmann/dpa

Um den Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu stoppen, hat die Koalition Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht. Gekürzt wird unter anderem bei Arztpraxen. Die Mediziner warnen vor weniger Terminen.

Wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen erwarten Kassenärzte im kommenden Jahr in Thüringen deutlich weniger Behandlungen. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung wären davon im Freistaat besonders Patienten der Fachrichtung Endokrinologie betroffen - nur 62 Prozent der bisherigen Behandlungen bei diesen Fachärzten wären demnach finanziert. Die Anzahl der Termine je Arzt würde von 3.559 pro Quartal auf 2.215 sinken.

Weniger finanzierte Behandlungen auch bei Hausärzten

Die Thüringer Hausärzte und Allgemeinmediziner könnten statt wie bislang im Schnitt 1.079 Patienten im Quartal dann nur noch 986 versorgen. Bei Kinderärzten würde die Zahl der maximal versorgten Patienten rechnerisch von 1.098 auf 1.022 sinken. 

Bundesweit wären durch die geplanten Sparmaßnahmen 2027 rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert. «Bild» hatte zuerst über ein entsprechendes Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet.

Sparpaket soll Beitragsanstieg stoppen

Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro.

Kürzungen und höhere Zahlungen

Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bei Ärzten und Kliniken sollen Vergütungsanstiege begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen.

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