Thüringens neuer Landesdatenschutzbeauftragter Tino Melzer sieht im Bereitstellen von großen Mengen Gesundheitsdaten für die Forschung Chancen, aber auch Risiken. «Ich bin davon überzeugt, dass personalisierte Medizin ein großer Gewinn für die Gesellschaft sein kann», sagte Melzer der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Aber es bestünden auch Risiken großer Datensammlungen, Profilbildungen und einer Unübersichtlichkeit für die Menschen.
Hintergrund sind Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dass Millionen Patientinnen und Patienten wichtige Gesundheitsdaten wie Befunde und Laborwerte bald standardmäßig in einer elektronischen Akte parat haben sollen. Alle gesetzlich Versicherten sollen ab 2025 E-Patientenakten bekommen, wenn sie nicht aktiv ablehnen und Widerspruch einlegen. Melzer bezeichnete dies als «Paradigmenwechsel im deutschen Recht». «Das sind Gesundheitsdaten, sehr sensibel, absolut zu schützen.»
Lauterbachs Pläne sehen auch vor, dass in großem Stil Daten gesammelt und der Forschung verfügbar gemacht werden. Dabei sollen die Daten der Patientinnen und Patienten pseudonymisiert und dadurch geschützt werden.